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«Wir sind betrogen worden»: 

Radprofi Schumacher unter Doping-Verdacht

06. Okt 2008 20:26
Stefan Schumacher soll gedopt haben
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Bei Doping-Nachtests der Tour de France sind mehrere Proben positiv auf Epo-Doping getestet worden. Auch der deutsche Team-Gerolstein-Profi Schumacher soll demnach gedopt haben. Gerolsteiner Teamschef Holczer droht mit rechtlichen Konsequenzen.

Der deutsche Radprofi Stefan Schumacher ist in der A-Probe positiv auf Epo-Doping getestet worden. «Ich habe eine Bestätigung von Christian Prudhomme erhalten, dass Stefan Schumacher positiv auf Cera getestet wurde», sagte sein Gerolsteiner-Teamchef Hans-Michael Holczer am Montagabend. Das habe ihm der Tour-de-France-Direktor mitgeteilt, sagte Holczer. Er habe den zweifachen Tour-Etappensieger Schumacher umgehend suspendiert.

«Wir sind betrogen worden. Ich werde Stefan Schumacher bis zum letzten Cent, den ich in der Tasche habe, versuchen, juristisch zu verfolgen», sagte Holczer und stellte fest: «Ich hatte keinen Verdacht.» Schließlich sei Schumacher, der WM-Dritte von 2007 aus Nürtingen, in diesem Jahr 13-mal vom Weltverband UCI überprüft worden.

Die französischen Sportzeitschrift «L'Équipe» berichtete in ihrer Online-Ausgabe, dass Schumacher in einer Doping-Nachuntersuchung der diesjährigen Tour de France positiv auf die Epo-Variante Cera getestet worden sei. Der Deutsche habe bei der Tour zu den am meisten von der französischen Anti-Doping-Agentur AFLD überprüften Fahrern gehört, so die Zeitung. Erst die Kombination von zwei Tests habe ihn nun überführt, schrieb die Zeitung.

Weitere positive Tests

Auch Leornardo Piepoli (Saunier Duval) sei nachträglich überführt worden. Der Italiener ist vom Italienischen Olympischen Komitee CONI am Freitag zur Anhörung bestellt worden. Auch bei seinem Teamkollege Riccardo Ricco, der nach einem positiven Testergebnis während der Tour bereits für zwei Jahre gesperrt wurde, sollen die nach der neuen Methode durchgeführten Untersuchungen ein positives Resultat gebracht haben.

Die Doping-Nachtests der diesjährigen Tour de France waren vorgenommen worden, da während der Tour auffällige Werte bei einigen Radprofis festgestellt worden waren. Deren Blut wurde mit einem neuen Verfahren auf das Epo-Präparat Cera untersucht.

Schumacher hatte bei der diesjährigen Tour de France zwei Zeitfahren gewonnen und zwei Tage lang das Gelbe Trikot getragen. Bernhard Kohl, der Gesamt-Dritte der Frankreich-Rundfahrt und Zimmerkollege von Schumacher, wollte den Bericht gegenüber der Nachrichten-Agentur APA nicht kommentieren und sich auch sonst nicht über Schumacher äußern. «Ich habe heute Vormittag noch mit Stefan telefoniert, er müsste eigentlich der erste sein, der das erfährt. Ich will dazu nichts sagen, solange es nicht offiziell ist», erklärte der Niederösterreicher. (dpa)

 
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