Handball:
Kiel deklassiert den HSV Hamburg
06. Okt 2008 11:48
 |  Hamburg kam nicht zur Entfaltung: Guillaume Gille (HSV, 2.v.l.) gestoppt durch Kiels Börge Lund | Foto: dpa |
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Der THW Kiel setzte den Schlusspunkt hinter einem ereignisreichen Handball-Wochenende. Gegen die Hamburger Mitfavoriten gelang ein deutlicher Sieg, auch international konnten deutsche Teams überzeugen.
Der TBV Lemgo peilt die Rückkehr in die Champions League an, der Titelverteidiger THW Kiel präsentiert sich in meisterlicher Form. Während die Ostwestfalen in der Handball-Bundesliga nach sechs Siegen in sieben Spielen die Riege ungeschlagener Mannschaften anführen, gaben die Kieler im Nordderby Vizemeister HSV Hamburg mit 29:22 (12:14) das Nachsehen. Auf internationalem Parkett setzten die Rhein-Neckar Löwen ein Achtungszeichen: Die Badener bejubelten bei ihrem Champions-League-Debüt ein 33:33 beim Gruppenfavoriten Croatia Zagreb. Dagegen legte die SG Flensburg-Handewitt mit dem 28:29 (14:14) beim ungarischen Meister MKB Veszprem am Sonntagabend einen Fehlstart hin.
«Es ist verdammt hart, wegen einem Tor zu verlieren», sagte SG-Torhüter Dan Beutler. Verständliche Freude herrschte dagegen bei den Rhein-Neckar Löwen. «Das war eine tolle Vorstellung meiner Mannschaft. Alle waren motiviert bis in die Haarspitzen. Genau so will ich das sehen», sagte der neue Trainer Wolfgang Schwenke. Drei Tage vor ihrem mit Spannung erwarteten Duell in der Meisterschaft am Sonntag waren am Donnerstag der THW Kiel (37:29 gegen Metalurg Skopje) und der HSV Hamburg (32:20 gegen Tatran Presov) mit überzeugenden Siegen in die Champions League gestartet.
HSV rutscht ab, Kiel oben dabei
In der Liga mussten die Hamburger dagegen bereits die dritte Saisonniederlage hinnehmen. Trotz einer Zwei-Tore-Führung zur Pause musste sich das Team von Trainer Martin Schwalb dem Erzrivalen aus Kiel deutlich geschlagen geben. Während der HSV nur im Tabellenmittelfeld rangiert, rückte der deutsche Rekordmeister mit 13:1 Punkten auf den zweiten Rang vor.
Kaum zu bremsen ist derzeit auch der TBV Lemgo. Durch den 27:23-Erfolg gegen den SC Magdeburg hat das Team von Trainer Markus Baur mit ebenfalls 13:1 Zählern den besten Saisonstart seit dem ersten Meistertitel 1997 hingelegt. «Mit dem Start können wir zufrieden sein. Magdeburg war der erste harte Prüfstein in dieser Saison. Jetzt müssen wir nach vorne blicken und ich hoffe, dass wir weiter so erfolgreich sind wie bisher», sagte Nationalspieler Michael Kraus, der mit neun Treffern wesentlichen Anteil am sechsten Sieg im siebten Spiel hatte. «Ich bin überglücklich über den Sieg», bekannte Baur.
Siege für Nordhorn und Gummersbach
Trotz bereits einer Niederlage ist die HSG Nordhorn in Schlagdistanz zur Spitze. Der EHF-Pokalsieger tat sich beim 38:31-Sieg gegen Schlusslicht TuSEM Essen schwerer als erwartet. Noch bis zum 28:26 (47.) war der Tabellenletzte auf Tuchfühlung und konnte sich Hoffnung auf den ersten Punktgewinn machen. Doch in den letzten zehn Minuten setzte sich Nordhorn auch dank der neun Treffer von Bjarte Myrhol ab und am Ende sicher durch. Auch der VfL Gummersbach hatte beim 36:31-Heimsieg gegen MT Melsungen lange Mühe.
Unterdessen freuten sich die Rhein-Neckar Löwen diebisch über ihren Coup ausgerechnet beim Ensemble um Superstar Ivano Balic. «Wir hatten in der Liga einen schwierigen Start. Nun haben wir bei unserem ersten Auftritt in der Königsklasse eines unserer besten Spiele in dieser Saison gezeigt», erklärte Manager Thorsten Storm. Getrübt wurde die Freude jedoch durch zwei Verletzungen. Spielmacher Grzegorz Tkaczyk fiel früh mit einer Knieblessur aus, Linksaußen Uwe Gensheimer zog sich eine Verletzung am Zeigefinger der Wurfhand zu. (dpa)