Ryder Cup in Kentucky: 

netzeitung.deEuropa holt auf

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Der Spanier Sergio Garcia beim Ryder Cup (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Der Spanier Sergio Garcia beim Ryder Cup
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Am zweiten Tag des Kontinentalvergleichs zwischen den USA und Europa haben sich die Golfer aus der «Alten Welt» wieder herangearbeitet. «Noch ist die Chance zu gewinnen da», feuert Kapitän Nick Faldo sein Team an.

Die heikelste Mission seiner Karriere hat der Engländer Nick Faldo als Ryder-Cup-Kapitän noch nicht zu einem glücklichen Ende gebracht. Doch die Sorgenfalten des 51 Jahre alten Rekordspielers bei dem Prestige-trächtigen Golf-Vergleich haben sich nach der am Samstag (Ortszeit) im Valhalla Club von Kentucky erfolgreichen Aufholjagd Europas zum 7:9 gegen Gastgeber USA geglättet.

«Freitag gehörte den Amerikanern. Samstag hatten wir die Nase vorn. Das Ziel war, uns Schlag für Schlag wieder heranzuarbeiten. Noch ist die Chance zu gewinnen da und wir glauben auch daran», sagte der wegen seiner Personalentscheidungen nicht umstrittene Leitwolf vor den zwölf Abschluss-Einzeln am Sonntag. Der 2,5:5,5-Rückstand vom Freitag war durch das 4,5:3,5 am Samstag bei den klassischen und Bestball-Vierern leicht geschmolzen. Den Amerikanern fehlten noch 5,5 Punkte zum Sieg. Europa reichte ein 14:14, um die Trophäe bis 2010 zum Match in Wales zu behalten.

«El Nino» Garcia als Lokomotive
Der Spanier Sergio Garcia wurde gegen Anthony Kim zur Eröffnung des Finales am Sonntag mit den abschließenden zwölf Partien als Lokomotive für den Europa-Express auserkoren. Dem 28-jährigen Heißsporn war 1995 in Oakhill unter Kapitän Bernard Gallacher bei gleichem Rückstand wie in Valhalla das Kunststück gelungen, den damaligen Weltranglisten-3. Mickelson 3&2 zu besiegen. Damit eröffnete «El Nino» damals die Aufholjagd zum 14,5:13,5-Sieg.

Elf Ryder Cups hat der «alte Fuchs» Faldo bestritten und dabei mit 25 Punkten vor Langer (10/24) mehr als jeder andere Golfprofi aus Europa gesammelt. Das hatte den Egozentriker für das Amt des Teamkapitäns mit alleiniger Verantwortung prädestiniert. Und bei der Teambildung für die 16 Vierer sowie die Singles setzte er seine Autorität auch gegen Kritiker von außen durch, die schon bei der Vergabe der Wildcards an seine englischen Kumpels Ian Poulter und Paul Casey Übervorteilung unterstellten.

Poulter rechtfertigt Nominierung
Poulter rechtfertigte seine Nominierung allein durch drei Punkte, die ihn bis zu den Einzeln als Wertvollsten im Team auszeichneten. «Als Ian vom Platz kam, habe ich ihm nur gesagt, ich bin stolz auf Dich. Einfach nur das. Er ist 23. der Weltrangliste und war Zweiter bei der British Open. Deswegen bekam er die Wildcard», betonte Faldo. Respekt zollte er auch dem direkt qualifizierten Neuling Graeme McDowell. Der Nordire sammelte 1,5 Punkte und ließ sich auch nicht vom aggressiven «U-S-A»-Roar der wiederum 40.000 Fans beeindrucken.

Die Freitag-Sieger Ian Poulter/Justin Rose (England) hatten mit 4&3 gegen Stewart Cink/Chad Campbell den Grundstein zur Aufholjagd gelegt. Henrik Stenson/Oliver Wilson (Schweden/England) überraschten beim 2&1 gegen Phil Mickelson/Anthony Kim. Am 7. Grün hatte das Duo noch schier aussichtslos mit vier Löchern Verlust gegen den Weltranglisten-Zweiten Mickelson und -Zehnten Kim zurückgelegen. Aber als der 28 Jahre alte Debütant Wilson den Putt auf dem 17. Grün zum Birdie versenkte, war die Partie zugunsten Europas beendet. «Der Teamspirit ist gut, das wird entscheiden», sagte Faldo. (Rainer Fülscher, dpa)