19.09.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Vor den «Roten»: Michael Ballack
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
In zwei Wettbewerben hatte der deutsche Mittelfeldstar mit dem FC Chelsea gegen Manchester United in der Vorsaison das Nachsehen. Mit einem Sieg gegen die «Red Devils» am Sonntag könnten die Londoner diesmal ManU in die Verfolgerposition drängen.
Der FC Chelsea hat mit Manchester United noch mehr als eine Rechnung offen. Nach der knapp verpassten Meisterschaft und dem verlorenen Champions-League-Finale in der Vorsaison wollen es Michael Ballack und Co. dem Meister aus Manchester diesmal endlich zeigen.
Und die Chancen für die Londoner stehen im Spitzenspiel der englischen Premier League nicht schlecht. Während der große Verlierer der Spielzeit 2007/2008 mit zehn Punkten aus vier Spielen die Tabelle anführt, stolperte der Meister mehr schlecht als recht in die Saison und hat erst vier Zähler auf dem Konto.
Ballacks Einsatz ungewiss«Das ist eine große Chance für uns, die Führung auszubauen», sagte Ballack dem Sender «Sky Sports News». Der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft verwies dabei auf die jüngsten Erfahrungen mit dem schärfsten Konkurrenten. «Letzte Saison war es nicht leicht, immer hinter ihnen zu liegen. Man muss den Vorsprung verkürzen, und dabei spielt man oft einen Tag nach dem Rivalen. Vielleicht können wir das diese Saison umdrehen», hofft Ballack, dessen Einsatz in der Partie am Sonntag aber noch nicht feststeht.
Nach über drei Wochen Pause wegen einer Sehnenentzündung im Mittelfuß hat der Mittelfeldstar noch Trainingsrückstand. «Vielleicht ist es für mich noch etwas zu früh. Ich weiß nicht, was der Trainer denkt», dämpfte der 31-Jährige die Erwartungen. Im Champions League- Spiel gegen Bordeaux kam er zu einem knapp 30-minütigen Kurzeinsatz.
Ronaldo vor ComebackWie vor dem Top-Match üblich beherrschen seit Tagen verbale Scharmützel die Schlagzeilen. «Bei einem Manchester-Spieler wäre niemals so entschieden worden», regte sich United-Trainer Sir Alex Ferguson am Mittwoch auf, als der englische Fußball-Verband (FA) überraschend eine Drei-Spiele-Sperre gegen Chelsea-Kapitän John Terry aufhob. Der Abwehrchef hatte im letzten Liga-Match gegen Manchester City, das die «Blues» mit 3:1 gewannen, gegen den Brasilianer Jo die «Notbremse» gezogen und war vom Platz gestellt worden, obwohl er nicht letzter Mann war. Nun will die FA womöglich Ferguson belangen.
Der United-Trainer muss in der Abwehr den gesperrten Serben Nemanja Vidic ersetzen und hat dabei die Qual der Wahl zwischen Kapitän Gary Neville, der wegen Verletzungen fast die komplette abgelaufene Saison verpasste, und Neuling Jonny Evans. Sorgen bereitet Neuzugang Dimitar Berbatow. Der frühere Leverkusener Stürmer, der für eine Rekordsumme von Tottenham Hotspur nach Manchester wechselte, erlitt beim 1:2 gegen Liverpool einige Schläge aufs Knie. Der portugiesische Torschützenkönig der Vorsaison, Cristiano Ronaldo, dürfte dagegen erstmals wieder in der Anfangself der «Red Devils» stehen, die zuletzt vor 122 Partien zweimal in Folge verloren hatten.
Eine andere Sorge ist United dagegen los. Trikot-Sponsor AIG, der im Strudel der Kreditkrise schwer ins Wanken geratene größte Versicherungskonzern der USA, wurde Anfang der Woche von der amerikanischen Regierung gerettet und in Staatsbesitz übernommen. Nun sponsert faktisch der US-Steuerzahler Englands Meister. (dpa/nz)