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Golden-League-Finale mit Usain Bolt: 

Viel Geld und viel Gegenwind in Brüssel

06. Sep 2008 13:10
Posiert gerne: Usain Bolt (l.) mit Fotografen
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Er ist weiter in bestechender Form, doch das Wetter spielte nicht mit: Sprintstar Usain Bolt hat in Brüssel ein weiteres Saisonhighlight verpasst. Eine deutsche Hochspringerin machte derweil unfreiwillig eine Kenianerin zu einer reichen Frau.

Spätstarter Usain Bolt hätte im «Rocket Race» von Brüssel für den wirklich großen Knaller sorgen können. «Ich wäre definitiv schneller gelaufen, wenn das Wetter und mein Start besser gewesen wäre», meinte der 22-jährige Jamaikanern nach dem Sprint-Sieg am Freitagabend beim Golden-League-Finale in 9,77 Sekunden gegen seinen Landsmann Asafa Powell (9,83). Mit der sechstschnellsten je erzielten 100-Meter-Zeit blieb Bolt dennoch nur 8/100 Sekunden über seinem Weltrekord. Im Kampf um das große Geld war dagegen 800-Meter- Olympiasiegerin Pamela Jelimo hellwach: Die 18-jährige Kenianerin knackte den Jackpot und wurde Dollar-Millionärin.

Supersprinter Bolt startete mit der schlechtesten Reaktionszeit von 0,223 Sekunden nicht nur fast 8/100 Sekunden langsamer als Powell, sondern wurde auch noch vom Gegenwind gebremst. Die 1,3 Meter pro Sekunden kosten etwa eine Zehntelsekunde. Dies belegt auch die Statistik: Zuvor hatte der US-Amerikaner im Olympia-Halbfinale 1992 in Barcelona in 9,97 Sekunden die schnellste Zeit bei so einem Gegenwind erzielt. «Es war das aufregendste Rennen seit ich laufe», sagte Ex-Weltrekordler Powell, der drei Tage zuvor beim Meeting in Lausanne 9,72 Sekunden geschafft hatte.

Der dreifache Olympiasieger und Weltrekordler Bolt beendete die Saison und flog nach Jamaika zurück, um dort eine «große Party» zu feiern. Auf der Karibikinsel will er sich im Winter auf Großtaten im nächsten Jahr vorbereiten. «Ich werde hart arbeiten, um top zu bleiben», sagte er zum Abschied. Sein Freund Powell will ihm im Weltmeisterschafts-Jahr 2009 auf jeden Fall auf den Fersen bleiben: «Ich komme mit voller Explosivität zurück.»

Zu einer reichen Frau machte ausgerechnet die deutsche Hochspringerin Ariane Friedrich das neue afrikanische Lauf-Wunder Pamela Jelimo. Die Olympia-Siebte aus Frankfurt vermasselte mit überquerten zwei Metern der zweiten Jackpot-Anwärterin, Blanka Vlasic, den Gewinn von einer halben Million Dollar und machte sie zur größten Verliererin der Leichtathletik-Saison. Bei den Olympischen Spielen in Peking hatte der Kroatin nämlich Tia Hellebaut (Belgien) Gold weggeschnappt. «Blanka wird mich dafür nicht abgöttisch lieben, aber so ist Sport», sagte Friedrich, die nach dem enttäuschenden Abschneiden in Peking «Wiedergutmachung und Genugtuung» spürte.

Weltrekord im Visier

«Ich bin glücklich, meinen Traum erfüllt zu haben», freute sich die schmächtige Jelimo nach den sechsten Golden-League-Sieg in großartigen 1:55,16 Minuten. Mitleid mit ihrer Rivalin Vlasic um die rund 700.000 Euro Prämie hatte die Junioren-Weltrekordlerin nicht: «Ich habe Sympathie für sie, doch so ist es im Sport. Heute verliert man und morgen gewinnt man.» Das Geld wolle sie «intelligent investieren» und damit ihre Familie helfen. Sportlich hat Jelimo ebenfalls noch Großes vor: Den seit 25 Jahren bestehenden Weltrekord der Tschechin Jarmila Kratochvilova (1:53,28 Minuten) zu brechen. «Es wird hart. Vielleicht schaffe ich es nächsten Jahr oder danach.»

Deutlich gescheitert war die Äthiopierin Meseret Defar beim Versuch, sich den 5000-Meter-Weltrekord zurückzuerobern. In 14:25,52 Minuten musste sie sich der Kenianerin Vivian Cheruiyot um 9/100 geschlagen geben. Defar verpasste den Weltrekord der Äthiopierin Tirunesh Dibaba (14:11,15) um mehr als 14 Sekunden.

Müde wie viele Olympia-Starter war Stabhochsprung-Weltrekordlerin Jelena Issinbajewa: Sie gewann mit bescheidenen 4,72 Meter. Carolin Hingst (Mainz) und Silke Spiegelburg (Leverkusen) teilten sich mit 4,40 den fünften Platz. Nur Achter wurde über 400 Meter Kamghe Gaba (Frankfurt/Main) in schwachen 46,67 Sekunden. Den Sieg sicherte sich der Olympia-Zweite Jeremy Wariner (USA/44,44). Im Weitsprung sprang Sebastian Bayer (Leverkusen) mit 7,79 Meter auf den fünften Platz. (Andreas Schirmer, dpa)

 
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