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Deutschland-Tour 2008: 

Ausreißer kommen durch

04. Sep 2008 17:24
Der Etappensieger Jussi Veikkanen (3.v.l.) bei der Zieleinfahrt
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Die sechste Etappe der Deutschland-Tour sollte eigentlich wieder eine Sache für die Sprinter werden, doch elf Rad-Profis machten diesen Plan zunichte. Auf die Gesamtwertung hatte die erfolgreiche Flucht aber keine Auswirkung.

Die Siegesserie der deutschen Columbia-Fahrer ist unterbrochen worden. Der finnische Meister Jussi Veikkanen gewann im Spurt einer elfköpfigen Ausreißergruppe überraschend die 6. Etappe der Deutschland-Tour, auf der Spitzenreiter Linus Gerdemann mit dem Hauptfeld ins Ziel rollte und seines Gelbes Trikot mühelos verteidigte. Hinter Tagessieger Veikkanen kamen nach 188,8 Kilometern von Schmallenberg nach Neuss der Kasache Maxim Iglinsky und der Franzose Thierry Hupond auf die Plätze zwei und drei. Den Spurt des Hauptfelds entschied 1:56 Minuten nach der Zieldurchfahrt der «Flüchtlinge» Gerolsteiner-Profi Thomas Fothen (Kaarst-Vorst) für sich.

Veikkanen jubelt

«Das war der beste Tag meiner Karriere und die Krönung dieser Saison», jubelte Veikkanen, der die erste erfolgreiche Ausreißergruppe bei dieser D-Tour anführte. Mit ihrer Attacke verhinderten Veikkanen und Co., dass es an der Neusser Galopprennbahn zum erwarteten Massenspurt kam. Somit konnten die favorisierten Columbia-Sprinter André Greipel und Gerald Ciolek nicht den erhofften Hattrick einfahren.

Gerdemann hielt sich erneut schadlos und kann am Samstag in Bremen den größten Erfolg seiner Karriere perfekt machen. Dank seines Polsters von 17 Sekunden auf den Schweden Thomas Lövkvist geht der 25-Jährige als großer Favorit in den abschließenden Kampf gegen die Uhr. Den beiden Columbia-Radprofis kann eigentlich nur noch der Slowene Janez Brajkovic gefährlich werden, der 20 Sekunden zurückliegt. «Es ist fast ein bisschen unheimlich, wie erfolgreich wir hier sind», hatte Gerdemann vor Etappenstart gesagt.

Knapp zwei Minuten Rückstand für das Feld

Rund 50 Kilometer nachdem die 135 verbliebenen Starter im sauerländischen Schmallenberg gemächlich los gerollt waren, kam es zum ersten erfolgreichen Fluchtversuch, als sich elf Fahrer im Sauerland absetzen konnten. Ihnen heftete sich kurz darauf Vorjahressieger Jens Voigt an die Fersen, doch wie in den Vortagen fehlte dem Berliner die Kraft, um sich mit einer Attacke vom Feld entscheidend lösen zu können. Die Elf an der Spitze kreiselten wie im Mannschafts-Zeitfahren und wehrten sich tapfer gegen das hinterherjagende Feld, in dem Columbia die Regie übernommen hatte. Lange konnten die Flüchtlinge 3:30 Minuten vor dem Peloton vorausfahren, von dem sie knapp zwei Minuten ins Ziel retteten.

Gerdemann bleibt in Gelb und fährt zur WM

Gerdemann hatte am Donnerstag doppelten Grund zur Freude. Nach seinen starken Leistungen bei der neuntägigen Rundfahrt garantierte ihm Verbands-Vizepräsident Udo Sprenger einen Startplatz für die WM im italienischen Varese (24. bis 28. September). «Ihm kann ich einen Freifahrtschein erteilen», sagte Sprenger der dpa. Auch Teamkollege Ciolek, der am Mittwoch die letzte Bergankunft in Winterberg gewonnen hatte, kann mit seiner Teilnahme an den Titelkämpfen planen. «Ich gehe davon aus, dass er dabei ist», meinte Sprenger.
(dpa)

 
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