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Nationalmannschaft: 

«Gegen Liechtenstein wollen wir gewinnen»

31. Aug 2008 15:44
Verletzter Kapitän: Michael Ballack
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Mit einer etwas müde klingenden Kampfansage bereitet Bundestrainer Jogi Löw das Spiel gegen den Fußballgiganten Lichtenstein verbal vor. Ballack fehlt verletzt und Olli Kahn will bei seinem Abschiedsspiel nicht für Löw kicken.

Joachim Löw nimmt den anvisierten Sechs-Punkte-Start in die Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika ohne Michael Ballack in Angriff. Dem Kapitän der deutschen Nationalmannschaft droht wegen einer Mittelfußverletzung sogar erneut eine längere Zwangspause. «Die Spiele in Liechtenstein und Finnland finden höchstwahrscheinlich ohne ihn statt», sagte Löw am Sonntag: «Definitiv kann ich die Frage allerdings erst am Dienstag beantworten, wenn ihn Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt untersucht hat.»

Ballack kann nicht trainieren

Ballack wird extra zum Treffpunkt des 21-köpfigen DFB-Kaders am Dienstag in Oberhaching bei München anreisen, um sich von seinem Vertrauens- und Nationalmannschaftsarzt am wieder einmal geschädigten linken Fuß untersuchen zu lassen. Ballack hatte Löw bereits am Freitag darüber unterrichtet, dass er wegen der am 17. August im Liga-Spiel des FC Chelsea gegen den FC Portsmouth (4:0) zugezogenen Blessur nicht trainieren konnte.

«Seine Ärzte in London sagen, eine Pause wäre gut», verriet Löw. Ballack musste wegen der Fußverletzung bereits das erste Saison-Länderspiel gegen Belgien (2:0) absagen. Danach stand er beim Auswärtsspiel seines Clubs bei Wigan Athletic (1:0) wieder auf dem Platz - offenbar zu früh. Am Sonntag musste er im Heimspiel gegen Tottenham erneut pausieren.

Borowski als Ballack-Ersatz

Vor einer möglichen Nachnominierung für Ballack - erster Kandidat wäre Bayern-Neuzugang Tim Borowski - wollte Löw zunächst den Verlauf der Sonntag-Spiele in der Bundesliga abwarten. An der Marschroute für die zwei WM-Qualifikationspartien am kommenden Samstag in Vaduz und vier Tage später in Helsinki würde der einkalkulierte Ballack-Ausfall aber nichts ändern. «Die Zielsetzung ist klar: Gegen Liechtenstein wollen wir gewinnen, in Finnland wird das schwer. Die Finnen haben zuletzt eine gute EM-Qualifikation gespielt», betonte Löw, der am Sonntag auf der Funkausstellung in Berlin zu Gast war.

Ballacks Anreise könnte der DFB auch dazu nutzen, um die Prämien für die WM-Qualifikationsspiele gegen die Gruppengegner Russland, Finnland, Wales, Aserbaidschan und Liechtenstein auszuhandeln. In der Qualifikation für die EM 2008 hatte es für jeden Spieler im Aufgebot 12.500 Euro pro Gruppenspiel gegeben - maximal 150.000 Euro.

Kahn will nicht für Löw spielen

Vor den Punktspielen gegen Fußball-Zwerg Liechtenstein und den unbequemen Stolperstein Finnland steigt am Dienstagabend (20.00 Uhr/ZDF) zunächst noch das Abschiedsspiel für Oliver Kahn. Löw hat die seit Wochen ausverkaufte Gala zwischen dem FC Bayern und der Nationalmannschaft in der Münchner Allianz Arena zum «Spaßspiel» erklärt. Der 39-jährige Kahn, der 86 Mal für Deutschland spielte, wird dabei überraschend nicht noch einmal im DFB-Tor stehen.

«Olli Kahn hat den Wunsch, dass er nur für Bayern spielt. Warum weiß ich auch nicht», berichtete Löw. Der vor der WM 2006 in Deutschland vom damaligen Bundestrainer Jürgen Klinsmann und dessen Assistenten Löw zur Nummer 2 degradierte Kahn verriet in der «Bild am Sonntag», dass er «nur für Bayern» spielen werde. «Und nach 70, 75 Minuten ist dann endgültig Schluss», kündigte der «Titan» an.

FC Bayern schlägt Nationalmannschaft

Erst am Montag wollen Klinsmann und Löw klären, in welchem Team die vier Bayern-Nationalspieler Klose, Schweinsteiger, Podolski und Lahm beim Kahn-Abschied zum Einsatz kommen. «Ich denke, dass wir bei Bayern spielen werden», tippte Philipp Lahm. Beim Eröffnungsspiel der Allianz Arena am 31. Mai 2005 hatte übrigens der FC Bayern mit «seinen» Nationalspielern die so geschwächte Nationalelf mit 4:2 besiegt. (nz/dpa)

 
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