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Olympischer Schwung durch Timo Boll & Co.: 

Deutsche Tischtennisliga macht mobil

29. Aug 2008 12:31
Im Fokus: Silbermedaillengewinner Timo Boll
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Mit zahlreichen Neuerungen soll das Interesse an den in Peking erfolgreichen Stars der DTTL aufrecht erhalten werden. Das betrifft sowohl das Spielsystem als auch die Übertragungen im Fernsehen.

Timo Boll & Co. haben mit ihrem viel beachteten Olympia-Auftritt der Deutschen Tischtennis Liga (DTTL) eine prima Steilvorlage geliefert. Nur 13 Tage nach dem Team-Finale gegen China tritt das deutsche Silber-Trio, das identisch mit der Mannschaft des Rekordmeisters Borussia Düsseldorf ist, am Sonntag zum ersten Bundesliga-Match gegen TTC Fulda-Maberzell an. Dabei könnte es zu einem Duell zwischen dem 27 Jahre alten Weltranglisten-Sechsten Boll und Fuldas schwedischer Tischtennis-Legende Jan-Ove Waldner (42) kommen.

«Wir möchten den Olympia-Schwung mitnehmen. Timos Kollegen Christian Süß und Dimitrij Ovtcharov sind zwar schwer erkältet. Wir wollen dennoch in Bestbesetzung antreten. Das sind wir unseren Fans und dem starken Gegner schuldig», sagte Düsseldorfs Manager Andreas Preuß vor dem Start in eine Saison mit zahlreichen Neuerungen. Die DTTL-Macher testen erstmals ein Spielsystem mit Dreier-Mannschaften. Außerdem sind 26 TV-Übertragungen samstags und sonntags im DSF geplant. Die Zusammenfassungen der Spitzenspiele haben eine Länge zwischen 30 und 60 Minuten.

Drei Siege sollen reichen

«Entscheidend ist, dass nur noch an einem Tisch gespielt wird. Wir müssen sehen, wie sich das bewährt», erläuterte Preuß den neuen Modus. Er lehnt sich an das Olympia-System mit vier Einzeln und einem Doppel an. Das Doppel wird in der DTTL allerdings nur dann gespielt, wenn es im Mannschaftskampf 2:2 steht. Ansonsten ist eine Begegnung nach dem dritten Punkt für ein Team entschieden. Kritiker befürchten, dass schnelle 3:0-Partien nach einer Stunde zu einem Zuschauerschwund führen könnten.

Der neue TV-Vertrag, den die Sportvermarktungsagentur contenthouse ausgehandelt hat, ist nicht unumstritten. Lediglich vier der neun Vereine haben zunächst der Vereinbarung zugestimmt. In der Vorrunde werden nur Heimspiele von Düsseldorf (3), Ochsenhausen (3), Plüderhausen (2) und Fulda (1) im DSF gezeigt. Die restlichen Klubs bevorzugen die Vermarktung in eigener Regie mit regionalen Sponsoren. «Die DTTL ist neben der chinesischen Super League die beste Liga der Welt. Wir werden diese Liga in noch nie dagewesener Qualität übertragen», sagte contenthouse-Geschäftsführer Benno Neumüller.

Neben der Free-TV-Zusammenfassung sollen alle Topspiele in voller Länge im Internet live und zeitversetzt angeboten werden. Sportlich ist der Boll-Club klarer Favorit auf den erneuten Titelgewinn. Der Europameister muss sich aber wie alle anderen Profis zunächst einmal mit der neuen Kleberegel anfreunden. Vom 1. September an dürfen die Beläge nicht mehr mit Klebstoffen auf dem Schlägerblatt befestigt werden, die schädliche flüchtige Lösungsmittel enthalten. «Dadurch wird das Spiel etwas langsamer», erklärte Boll. (dpa)

 
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