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Erster Test nach der EM: 

DFB-Rumpfteam gegen Belgien

19. Aug 2008 13:08
Die T-Frage: Robert Enke (r.) oder doch Tim Wiese?
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Das erste Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft nach der Euro 2008 wird für Bundestrainer Löw ein wirklicher Test. Viele Absagen geben ihm die Möglichkeit, neue Spieler und das alte System zu testen.

Beim ersten großen Kartenmischen nach der Europameisterschaft halten Robert Enke und Heiko Westermann die besten Trümpfe in der Hand. Nach den Absagen von Michael Ballack und Torsten Frings sowie weiterer Stammkräfte erklärte Bundestrainer Joachim Löw das Freundschaftsspiel in Nürnberg gegen Belgien kurzerhand zu einem weiteren Casting um die begehrten Plätze im Aufgebot der Nationalmannschaft - Enke und Westermann bekamen dafür eine Einsatzgarantie. «Das Spiel steht jetzt unter dem Zeichen, dass einige Spieler eine Chance bekommen, die hinten dranstehen», sagte Löw der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Enke will die Chance nutzen

Für den 30 Jahre alten Enke könnte die Partie am Mittwoch (21.00 Uhr/ZDF) sogar zum ersten Schritt werden, auf Dauer Jens Lehmann im Nationaltor als Nummer 1 zu beerben. «Wenn ich die Chance habe, zwei, drei Spiele am Stück zu machen, muss man die nutzen», betonte der Schlussmann, der bei der EM Nummer 2 war. Da Enkes derzeit schärfster Rivale um den Stammplatz im DFB-Team, der Leverkusener René Adler, nach einer Schulter-Operation noch einige Wochen ausfallen wird, dürfte nach derzeitigem Stand der Hannoveraner Anfang September in Liechtenstein und Finnland auch in die WM-Qualifikation starten. Zunächst kommt Enke, der schon 1999 erstmals ins Nationalteam berufen worden war, nun in Nürnberg zu seinem zweiten Länderspiel. «Er hat es jetzt selbst in der Hand, mit Leistungen zu überzeugen», erklärte Torwarttrainer Andreas Köpke.

«Auf der einen Seite wäre ich natürlich froh, wenn ich die gesamte Mannschaft zur Verfügung hätte. Andererseits können wir etwas ausprobieren», merkte Löw mit dem Hinweis darauf an, dass auch auf dem langen Weg zur Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika der eine oder andere Stammspieler einmal fehlen könnte. Vor der Trainingseinheit am Montag in Herzogenaurach machte der Bundestrainer seinem reduzierten Personal noch auf dem Platz deutlich, was er erwartet. «Die EM ist abgehakt. Wir müssen nach vorn spielen, Tempofußball zeigen», erklärte Löw den 17 Spielern, die beim morgendlichen Üben dabei waren. Christoph Metzelder von Real Madrid, der im spanischen Supercup nur auf der Bank gesessen hatte, war erst später angereist.

Gute Bilanz

Neben Ballack, Frings und Adler stehen für das 23. Duell mit Belgien (bisher 17 deutsche Siege, 1 Unentschieden und 4 Niederlagen) auch die EM-Finalspieler Per Mertesacker und Arne Friedrich beim Aufgalopp in die Spielzeit 2008/09 nicht zur Verfügung. Teammanager Oliver Bierhoff sieht in der personellen Situation nicht unbedingt einen Nachteil: «Manchmal ist es in solchen Spielen auch ein Vorteil, nicht nur mit Etablierten anzutreten.» Gerade Profis wie der Schalker Westermann oder der Hamburger Piotr Trochowski, die bei der EM-Endrunde dabei waren, aber keine einzige Minute spielen durften, müssten gegen die Belgier besonders motiviert sein. «Ich sehe es jetzt als neuen Abschnitt», betonte Abwehrallrounder Westermann.

Der Gladbacher Marko Marin und der Neu-Leverkusener Patrick Helmes hatten schon beim EM-Casting auf Mallorca Lust an der DFB-Auswahl bekommen. Neuling Serdar Tasci hofft auf sein Debüt. Und die Stürmer Mario Gomez und Kevin Kuranyi wollen nach persönlich enttäuschendem EM-Verlauf einiges gutmachen. Löw wird wohl von dem «etwas vorsichtigeren» 4-5-1-System wieder auf zwei echte Angreifer umstellen. «Jedes Länderspiel, egal gegen wen, hinterlässt bei den Trainern einen Eindruck», verwies Bierhoff auf die Bedeutung der Mittwoch-Partie für jeden einzelnen Akteur.

Für die Fans dagegen scheint das Spiel mitten in den Olympiawochen nur eine eingeschränkte Anziehungskraft zu besitzen: Erst 30.000 der 42.000 Tickets für das Nürnberger Stadion sind verkauft, der DFB rechnet mit 35.000 Zuschauern. Damit wäre erstmals seit einem Jahr ein Spiel der Nationalelf nicht ausverkauft. Dennoch rechnet der DFB beim 10. Benefizspiel seit 1993 mit Netto-Einnahmen von rund vier Millionen Euro. Davon gehen 2,5 Millionen an die Egidius-Braun-Stiftung, je 500 000 Euro an die Sepp-Herberger-Stiftung, die DFB-Kulturstiftung und an die Deutsche Fußball-Liga (DFL) für soziale Zwecke.

Die voraussichtliche Aufstellung

Enke - Fritz, Westermann, Metzelder, Lahm - Schweinsteiger, Rolfes, Hitzlsperger, Podolski - Klose, Gomez

(dpa)

 
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