Wer wird die Nummer 1: 

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Harmonie war gestern: Nicht nur Lehmann, Adler und Enke (v.l.n.r.) wollen die Nummer 1 (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Harmonie war gestern: Nicht nur Lehmann, Adler und Enke (v.l.n.r.) wollen die Nummer 1
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Nach der EM ist vor der WM: Joachim Löw muss sich alsbald auf eine Nummer 1 im Tor der DFB-Elf festlegen. Schon im September stehen die nächsten Länderspiele an und der Bundestrainer hat die Qual der Wahl.

Ungeachtet der noch zu klärenden DFB-Zukunft von Jens Lehmann hat Joachim Löw im Hinblick auf die WM 2010 den Kampf um den Posten im Tor der deutschen Nationalmannschaft neu forciert - und sogar der vor der Europameisterschaft ausgemusterte Timo Hildebrand ist wieder mit im Rennen. «Es muss nicht sofort eine absolute Festlegung auf die Nummer 1 stattfinden», erklärte der Bundestrainer zwei Wochen vor dem ersten Länderspiel der neuen Saison am 20. August in Nürnberg gegen Belgien für den Fall, dass der 38 Jahre alte Lehmann nicht mehr für die anstehende Qualifikation zur Weltmeisterschaft in zwei Jahren in Südafrika infrage käme.

Der Jogi will erstmal mit dem Jens sprechen
Nach einem Gespräch mit Torwartcoach Andreas Köpke am Montag will Löw einen Termin mit seiner bisherigen Nummer 1 verabreden, «um alles mal durchzusprechen», verriet Löw im Fachmagazin «kicker». Der Coach will vom Neu-Stuttgarter Lehmann vor allem wissen, «wie er sich die nächsten ein, zwei Jahre generell so verstellt». Er hat beim VfB zunächst nur einen Kontrakt bis 30. Juni 2009 unterzeichnet. Obwohl Löw bereits von einem anstehenden «Generationenwechsel» im Tor gesprochen hatte und sich Köpke einen 40-Jährigen bei der WM in Südafrika nur schwer im Tor vorstellen kann, will der Bundestrainer vor dem Gespräch mit Lehmann «nichts über Tendenzen» sagen.

So bleibt auch eine mögliche Nachfolgeregelung völlig offen. «Früher hat sich das meist wie von selbst ergeben: Köpke nach Illgner, Kahn nach Köpke, Lehmann nach Kahn. Diesmal gibt es keine so eindeutige Situation», beschrieb Löw den Status quo. Zwar sieht sich der Hannoveraner Robert Enke (30), bei der EM in Österreich und der Schweiz die Nummer 2 im deutschen Tor, in der Pole-Position. Und der Leverkusener René Adler (23), der als dritter Torwart bei der Euro 2008 Erfahrung sammeln konnte, scharrt kräftig mit den Füßen. Doch Löw will in den nächsten Wochen «erst einmal die Leistungen beobachten». Der Vize-Europameister startet am 6. und 10. September mit Spielen in Liechtenstein und in Finnland in die WM-Qualifikation.

Auch Hildebrand und Rensing im Rennen
Der Bundestrainer weiß um die brisante Situation, nicht nur wegen Lehmann. Enke und Adler fehlt mit ihren Klubs in dieser Saison die internationale Bühne. Der Schalker Manuel Neuer (22), auf den die DFB-Trainer große Stücke halten, ist derzeit verletzt. Bei Bayern München kann sich Michael Rensing (24) als Nachfolger von Oliver Kahn vor allem mit guten Auftritten in der Champions League ganz schnell in den engeren Kandidatenkreis für das DFB-Tor bringen. Und auch Hildebrand ist plötzlich wieder ein heißes Thema. «Er hat sogar wieder sehr gute Chancen. Denn er zählt zu den besten deutschen Torhütern», sagte Löw über den 29-Jährigen aus Valencia, für den die Nationalmannschaft eigentlich schon in weite Ferne gerückt schien. «Ich bin im Sommer ausgebootet worden, was soll ich da groß erwarten», hatte Hildebrand noch am Wochenende erklärt.

Kein Verständnis zeigt Löw für Lehmanns erneuerte Kritik an Finalreferee Roberto Rosetti. Der Italiener sei keinesfalls parteiisch gewesen, konterte der Bundestrainer seinen EM-Schlussmann aus. «Außerdem waren die Spanier einfach besser. Das allein war der Grund für unsere Niederlage», betonte Löw. «Sicher hätte es beim Kopfstoß von David Silva Rot geben müssen«, räumte der 48-Jährige ein, schloss aber an: «Ich weiß nicht, ob wir die Spanier in Überzahl bezwungen hätten. Sie waren an diesem Tag einfach zu stark für uns.» (dpa)