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Millionenschwere Rechtsschlacht der Segel-Giganten: 

Die Berufung gegen das Berufungsurteil

03. Aug 2008 17:54
Das Schweizer Team Alinghi
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Der Gerichtsstreit zwischen den Segel-Giganten BMW Oracle und Team Alinghi lässt den America's Cup nicht zur Ruhe kommen. Die Teamführung der amerikanischen Segel-Crew hat sich zu einem ungewöhnlichen Rechtsmanöver entschlossen.

Der America's Cup kommt nicht zur Ruhe, der Gerichtsstreit tobt weiter: Nachdem ein New Yorker Berufungsgericht den Schweizer Cup-Siegern vom Team Alinghi im Dauerkonflikt mit dem US-Team BMW Oracle Racing überraschend Recht zugesprochen hatte, haben die Amerikaner umgehend eine Berufungsklage gegen das Berufungsurteil eingelegt. Dieser rechtliche Schritt ist die letzte Chance für die Kläger um Oracle-Gründer Larry Ellison, das Blatt doch noch zu ihren Gunsten zu wenden. Möglich wurde das ungewöhnliche Rechtsmanöver, weil die Entscheidung des fünfköpfigen Gerichts in Albany (US-Bundesstaat New York) nicht einstimmig ausgefallen war.

Im Mittelpunkt der Millionen Euro teuren Rechtsschlacht zwischen den beiden Cup-Giganten steht der umstrittene sogenannte Challenger of Record. Das ist laut America's Cup-Statuten der Verein, den sich ein Cup-Verteidiger wie einen Koalitionspartner zum Verhandlungsführer auf Seiten der Herausforderer wählt, um die Folge- Regatta zu organisieren. Die Schweizer hatten sich nach ihrem zweiten Cup-Sieg 2007 für den eigens zu diesem Zweck gegründeten spanischen Verein Real Club Nautico de Vela entschieden.

Dagegen wehren sich das BMW Oracle und sein Golden Gate Yacht Club, die in der Partnerschaft zwischen Alinghi und dem spanischen Phantomverein eine Allianz zur einseitigen Gestaltung des Cups im Sinne der Eidgenossen wähnen. Die Amerikaner streben an, selbst die Rolle des Challenger of Record zu übernehmen. Lange sah es für die US-Bestrebungen der aus Alinghis Sicht feindlichen Übernahme gut aus. Im November hatte ein US-Richter den Amerikanern Recht gegeben. Das Urteil des Berufungsgerichts hat diese Entscheidung nun auf den Kopf gestellt. Doch BMW Oracle Racing gibt nicht auf.

«Absurder Präzedenzfall»

«Wir glauben, dass der Challenger of Record ein echter Yachtclub sein muss. Er kann nicht etwas sein, das vom Verteidiger künstlich produziert wurde, um eine einseitige Veranstaltung zu organisieren. Diese Entscheidung würde einen absurden Präzedenzfall schaffen», sagte der Rechtsberater von BMW Oracle Racing, Tom Ehmann. Insider befürchten, dass die neue Etappe im Gerichtsmarathon alle Cup- Aktivitäten für weitere sechs bis 24 Monate lahm legt.

Entsprechend verärgert fiel die Reaktion der Schweizer aus, die noch in der vergangenen Woche über ihren überraschenden Sieg vor Gericht jubelten und einen traditionellen 33. America's Cup mit vielen Herausforderern aus verschiedenen Ländern für 2011 in Aussicht gestellt hatten. Alinghis Skipper Brad Butterworth sagte: «Ich bin extrem enttäuscht. Wir hatten nach der Entscheidung durch das Berufungsgericht die Möglichkeit einer Herausforderung durch viele Teams. BMW Oracle hat aber entscheiden, den Cup weiter zu verzögern.»

Alinghis Boss Ernesto Bertarelli hält seinen Vorwurf gegen das US- Team von Intimfeind Ellison aufrecht: «Weil sie den Cup nicht auf dem Wasser gewinnen konnten, versuchen sie, über eine teure gerichtliche Auseinandersetzung an die Macht zu kommen und frustrieren damit die gesamte America's Cup-Gemeinde.» (Tatjana Pokorny, dpa)
 
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