22.07.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Vorfreude 2007: Die Staatspräsidenten Listkiewicz (Polen, l.)und Surkis (Ukraine) mit dem EM-Pokal
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Die Fußball-EM 2012 wird stattfinden - nur wo? Skepsis begleitet die beiden Ausrichter Polen und Ukraine seit der Vergabe. In Polen liegt man im Plan, die Ukraine bereitet der Uefa Kopfschmerzen und plötzlich ist Deutschland im Gespräch.
Der Deutsche Fußballbund (DFB) hat als Ausrichter der WM 2006 anscheinend mächtig beeindruckt. Nicht nur bei der Diskussion um die nächste Weltmeisterschaft 2010 wird Deutschland als möglicher Ersatzgastgeber genannt, nun ist auch die EM in vier Jahren ein Thema. Der DFB hat nach Informationen der britischen Zeitung «Daily Telegraph» eine Anfrage des europäischen Fußballverbandes (Uefa) erhalten, ob Deutschland als Co-Gastgeber bei der Euro 2012 einspringen könnte. Die EM war an Polen und die Ukraine vergeben worden. Während die Vorbereitungen in Polen nach Plan laufen, gibt es in der Ukraine offenbar einen großen Rückstand. Deutschland, so der «Telgraph», könnte als kleiner Partner an der Seite von Polen einspringen. Berlin und Leipzig wurden als Spielstätten genannt.
Entscheidung Ende SeptemberUefa-Inspektoren hatten die Ukraine vor zwei Wochen besucht. Die politische Lage, Verzögerungen beim Stadionbau und die Verkehrsinfrastruktur sorgten für Bedenken. Uefa-Präsident Michel Platini hatte in Kiew zur Eile gemahnt und wegen der schleppenden Vorbereitungen erstmals eine mögliche Neuvergabe der Euro 2012 nicht mehr ausgeschlossen. Ende September soll das Exekutivkomitee der Uefa in Bordeaux darüber entscheiden, ob beide Länder die Gastgeberrolle behalten.
Der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko hat nach Veröffentlichung des Berichts einen Ukas erlassen, um die Regierung zum schnellen Handeln für die Vorbereitung der Euro 2012 zu drängen. In dem Erlass wies er den Ministerrat in dem politisch instabilen Land an, bis 1. August einen Generalplan vorzulegen. Zudem solle die Regierung bis 1. September konkrete Maßnahmen festlegen, ihre eigene Handlungsfähigkeit zu verbessern. Die Ukraine stehe bei der UEFA im Wort, meldete die Agentur Interfax unter Berufung auf Juschtschenko.
Ukraine noch ganz am AnfangVor allem müssten die Zuständigkeiten zwischen der Regierung in Kiew und den Behörden in den Regionen entsprechend aufgeteilt werden. Gleichzeitig wies der Staatschef die regionalen Verwaltungen an, die Transportwege und weitere Infrastruktur in Übereinstimmung mit europäischen Normen zu schaffen. Juschtschenko verfügte, dass die Regierung bis November auch ein Konzept für die Unterbringung der Teilnehmer und Gäste vorlege. Darüber hinaus werde bis Jahresende eine Konzeption hinsichtlich der öffentlichen Sicherheit und Ordnung fällig, wurde Juschtschenko zitiert.
Unterdessen hat sich der DFB zu Wort gemeldet, oder zumindest ein Zeichen gegeben. Denn viel Aussagekraft steckt nicht dahinter: «Es gibt in dieser Frage keinerlei Kontakt zur UEFA und auch keine offizielle Anfrage. Das Uefa-Exekutivkomitee berät über die EURO 2012 Ende September in Bordeaux», sagte DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach am Dienstag in Frankfurt/Main. (nz/dpa)