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Nach gutem Start: 

Kaymer erleidet Schiffbruch bei British Open

20. Jul 2008 15:31
Martin Kaymer
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Die Südküste Englands hat sich für Martin Kaymer als ein raues Terrain erwiesen. Der deutsche Golf-Shootingstar musste bei den British Open den schwierigen Bedingungen Tribut zollen.

Saison-Aufsteiger Martin Kaymer hat bei der 137. British Open an der Südküste Englands Schiffbruch erlitten und ist erstmals seit vielen Jahren an seine Grenzen gestoßen. Nach einer 77er Runde beendete Kaymer das wichtigste Golf- Turnier der Welt am Sonntag mit insgesamt 303 Schlägen auf dem 80. Platz und stellte danach fest: «23 über Par - das ist mir wohl zuletzt vor neun oder zehn Jahren passiert. Vom Wetter her war dies das schwerste Turnier, das ich je bestritten habe. Ich habe einfach gesehen, dass ich halt noch ein paar Jahre brauche, um da reinzukommen.»

Am Nachmittag drückte Kaymer dem Australier Greg Norman im Kampf um die Siegertrophäe «Claret Jug» (Silberne Rotwein-Kanne) die Daumen. «Er hat hier sehr, sehr gut gespielt», zollte Kaymer dem 53 Jahre alten «Oldie» seinen Respekt. Hinter Norman (212 Schläge) lagen Titelverteidiger Padraig Harrington (Irland) und der Südkoreaner K.J. Choi (beide 214) vor der Schlussrunde in Lauerstellung.

Der 53 Jahre alte Norman, der die British Open 1986 und 1993 gewann, zeigte sich von seinem sensationellen Comeback selbst überrascht. Eigentlich habe er mit dem großen Sport abgeschlossen und sei nur noch Hobbygolfer, bekannte der seit drei Wochen mit Tennis- Legende Chris Evert verheiratete Norman. «Die Liebe gibt mir neue Kraft», bekannte er und fügte hinzu: «Mein Leben ist großartig, so wie es ist. Es wäre auch großartig, wenn ich hier am Cut gescheitert wäre.»

«Mehr ging halt nicht»

Auf dem Dünenkurs Royal Birkdale in Southport hatte Kaymer bereits am Samstag bei einer 79er Runde Lehrgeld gezahlt. «Das ist natürlich ein bitteres Ergebnis. Aber ich habe mein Bestes gegeben. Mehr ging halt nicht», sagte Kaymer. Bei erneut stürmischem Wind und empfindlich kühlen Temperaturen startete der diesjährige Turniersieger von Abu Dhabi und München am Sonntag solide, kassierte dann aber am sechsten Loch ein Doppel-Bogey (2 über Par) und am neunten Loch sogar ein Triple-Bogey (3 über Par). «Da ist man natürlich schon sauer und frustriert. Aber ich habe bis zum Ende versucht, zu kämpfen», erklärte Kaymer.

Als größtes Problem bezeichnete Deutschlands Golf-Hoffnung das Putten. «Da kam ich mit dem Wind gar nicht zurecht. Ich habe gelernt, dass ich mich vorher darauf vorbereiten muss, bei solchen Verhältnissen beim Putten ein bisschen breiter zu stehen, um einen sicheren Stand zu haben», bilanzierte Kaymer. Dennoch war er keineswegs enttäuscht von seinem ersten Auftritt bei den mit rund 6,5 Millionen Euro dotierten British Open. «Es war ein tolles Erlebnis, bei diesem Major-Turnier dabei gewesen zu sein. Ich habe neue Erfahrungen gemacht», bilanzierte der 23-Jährige aus Mettmann. (Eric Dobias, dpa)

 
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