19.07.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Martin Kaymer
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die deutsche Golf-Hoffnung Martin Kaymer setzt sich in der Weltspitze immer weiter fest. Bei den British Open schaffte der Youngster souverän den Cut und ließ sich dabei auch von schwierigen Bedingungen nicht aus der Ruhe bringen.
Dank eiserner Nerven hat Martin Kaymer den Cut bei den 137. British Open geschafft, Alexander Cejka musste zur Halbzeit des mit rund 6,5 Millionen Euro dotierten Major-Turniers dagegen die Koffer packen. Deutschlands Golf-Hoffnung Kaymer benötigte am Freitag auf dem Dünenkurs Royal Birkdale in Southport 72 Schläge und qualifizierte sich mit insgesamt 147 Schlägen auf dem geteilten 38. Platz souverän für die beiden Finalrunden am Wochenende. «Ich habe nun bei drei Majors zweimal den Cut geschafft, damit bin ich schon zufrieden», sagte der Jung-Star. Cejka spielte eine 75er Runde und verpasste mit 150 Schlägen auf dem geteilten 84. Rang knapp den Cut. Die Führung nach zwei Runden übernahm der Südkoreaner K.J. Choi mit 139 Schlägen (72+67) vor dem überraschend starken australischen «Oldie» Greg Norman (140).
Wie schon am Vortag hatten die 154 Teilnehmer mit den widrigen Wetter-Verhältnissen zu kämpfen. Kaymer ließ sich von Wind und Regen jedoch nicht aus dem Rhythmus bringen. Zwar kassierte der 23-Jährige aus Mettmann schon am 2. Loch das erste von insgesamt vier Bogeys (1 über Par), doch mit Birdies (1 unter Par) am 9. und 17. Loch verbesserte er sich im Gesamtklassement um 15 Plätze. «Das Schöne ist, wenn es regnet und stürmt: Man weiß, dass 30 Prozent des Feldes keine Lust hat und sich unwohl fühlt. Da ist es schon ein Vorteil, wenn man solche Gedanken wegschalten kann», sagte Kaymer.
Cejka kam mit den schwierigen Verhältnissen unterdessen nicht so gut zurecht. Der 37-Jährige leistete sich fünf Bogeys und schaffte nur am 15. Loch ein Birdie. Dies erwies sich als zu wenig. «Ich mag die Kälte und den Wind nicht so», räumte Cejka ein.
Comeback von «Oldie» NormanEin großes Comeback beim wichtigsten Turnier der Welt feiert der 53 Jahre alte Norman, der dank einer erneuten Par-Runde mit 140 Schlägen auf Rang zwei liegt. Der Australier, zweifacher Open-Sieger und seit drei Wochen mit der früheren Weltklasse-Tennisspielerin Chris Evert verheiratet, war von seiner Leistung selbst am meisten überrascht und fühlte sich an seine besten Profi-Jahre erinnert. «Mit dieser Platzierung hätte ich nicht gerechnet. Immerhin habe ich in letzter Zeit nicht so viel Golf gespielt», meinte Norman.
Mann des Tages war aber der Kolumbianer Camilo Villegas, dem eine «Traumrunde» mit 65 Schlägen gelang. Mit acht Birdies, fünf davon an den letzten fünf Löchern, riss der 26-Jährige die Zuschauer zu Beifallsstürmen hin. Bei nur zwei Schlägen Rückstand auf Choi darf Villegas als Dritter nun sogar vom Sieg träumen. «Ich habe wirklich unglaublich gespielt», sagte Villegas, der seine Leistungssteigerung nach dem missglückten Auftakt (76 Schläge) kaum fassen konnte. Ein Debakel erlebt Altmeister John Daly. Der Amerikaner landete nach einer katastrophalen 89er Runde (19 über Par) mit insgesamt 169 Schlägen gemeinsam mit dem Engländer Jamie Howarth auf dem letzten Platz. (Eric Dobias, dpa)