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Eklat beim FC Bayern: 

Aus Protest keine Klinsmann-Bilder

02. Jul 2008 17:06
Nach drei Minuten sollte Schluss sein
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Seit der ehemalige Bundestrainer seinen Dienst beim Rekordmeister in München angetreten hat, fürchten Journalisten, dass die Distanz zu den Spielern wächst. Auf einer Pressekonferenz ist die Situation jetzt kurzzeitig eskaliert.

Die Drohung kam vom Manager. «Wir können es auch machen wie in Mailand», fluchte Uli Hoeneß, als einige Zeitungen einmal wieder zu kritisch über den FC Bayern München berichtet hatten. Damit war in dem Fall der Champions-League-Sieger aus dem vergangenen Jahr AC Mailand gemeint. Bei dem Verein wird der Kontakt zwischen Journalisten und Spielern auf ein Minimum reduziert. Man trainiert recht weit draußen und lässt ungern jemanden zusehen.

Der neue Trainer beim FC Bayern, Jürgen Klinsmann, scheint die Drohung des Uli Hoeneß nun schrittweise wahrmachen zu wollen. Der erste Aufschrei war vor einigen Tagen erst zu hören, als bekannt wurde, dass der ehemalige Sommermärchen-Trainer der Nationalmannschaft Zuschauer nicht mehr bei jedem Training zulassen will. Auch das ganz nach italienischem Vorbild.

Störendes Blitzlich

Nun kam es auch bei der ersten Pressekonferenz von Jürgen Klinsmann zu einem kleinen Eklat: Ohne Fotos von ihm zu machen, haben sämtliche Bildjournalisten am Mittwochnachmittag die Pressekonferenz des neuen Bayern-Trainers in der Münchner Allianz-Arena verlassen. Zuvor hatte der Pressesprecher des Vereins, Markus Hörwick, die Journalisten aufgefordert, das Fotografieren nach spätestens drei Minuten einzustellen, weil das Blitzlicht und der Lärm der Kameras die Veranstaltung störten.

Aus Protest gegen diese Anordnung verließen die Bildjournalisten den Saal. Eine solche Anordnung ist bei Pressekonferenzen im nationalen und internationalen Fußball unüblich. Bei Gerichtsverhandlungen ist es dagegen gängige Praxis.

Mailänder Verhältnisse

An dem Boykott beteiligten sich die Journalisten der Bildagenturen und die freien Fotografen. Damit dürften in den Donnerstagszeitungen keine Bilder der Klinsmann-Pressekonferenz erscheinen. Zuvor hatte Hörwick strenge Auflagen für die Berichterstattung von den Trainings des FC Bayern bekanntgegeben: Bildberichterstatter sollen in Zukunft nur noch zu bestimmten Einheiten eingeladen werden.

In München scheint Mailand mittlerweile also tatsächlich das Ziel.
(nz/AP)

 
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