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Jan Ullrich über Zabel, Scharping & Co.: 

«Solche Menschen hasse ich»

02. Jul 2008 15:21
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Jan Ullrich räumt auf. In einem Interview wettert er gegen Erik Zabel, der «zwei Gesichter» habe und gegen Rudolf Scharping, der ihm eins «auf die Fresse» gegeben habe.

Drei Tage vor dem Start der 95. Tour de France in Brest hat der vor 16 Monaten zurückgetretene Jan Ullrich via «Sport Bild» noch einmal Schlagzeilen produziert. Er hasse den Verbands-Präsidenten Rudolf Scharping und habe die «zwei Gesichter» seines ehemaligen Team-Kollegen Erik Zabel zu Gesicht bekommen, sagte Ullrich in einem Interview, in dem er erneut - für einen späteren Zeitraum - das Schreiben eines Buches ankündigt: «Ich brauche das Buch, um mit dem ganzen Thema abzuschließen. Ich bin noch nicht so weit. Ich würde Schaum vor den Mund bekommen, wenn ich jetzt darüber nachdenken müsste. Bisher gibt es nur eine verdrehte Geschichte», sagte Ullrich.

«Auf dem Tandem im Regen»

«Ich war derjenige, der nach der Königs-Etappe der Deutschland-Tour mit ihm auf dem Tandem im Regen fahren musste, damit er seine Bilder bekommt und aus Dank bekommt man nur auf die Fresse. Solche Menschen hasse ich», sagte Ullrich über Scharping und erklärte, dass er immer noch auf die 50.000 Euro-Prämie des Nationalen Olympischen Komitees für seinen Olympiasieg 2000 in Sydney warte. Das IOC untersucht derweil weiter, ob Ullrich seine Goldmedaille wegen Dopings nicht aberkannt wird.

Über Zabel, der bei seiner 14. Tour von Samstag an im Milram-Team wahrscheinlich seinen Abschied gibt, meinte Ullrich: «Als er erfolgreich wurde, habe ich ihn wirklich kennengelernt. Der Mensch Erik hat zwei Gesichter, eins vor der Kamera und eins dahinter. Das gefällt mir nicht. Ich bin Radfahrer geworden, kein Schauspieler.»

«Gott ist mein Zeuge»

Dem Toursieger von 1997, der Deutschland vor elf Jahren in eine Radsport-Begeisterung ohne Beispiel stürzte und zeitweise wie ein Popstar verehrt wurde, ist von der Bonner Staatsanwaltschaft nachgewiesen worden, dass er Kontakt zum Doping-Kartell Fuentes hatte. Trotzdem leugnet Ullrich weiter hartnäckig, gedopt zu haben: «Ich habe nie jemanden betrogen. Ich fühle mich nicht als Betrüger. Ich bin ein gerechter Mensch und war immer ein fairer Sportler.»

Er wählte den Vergleich mit einem Kindergarten. «Die Grenzen im Radsport sind wie in der Kinderkrippe. Jedes Kind nimmt wahrscheinlich mehr Medikamente, als wir dürfen. Ich habe mir nie medizinisch vollgestopft einen unfairen Vorteil gegenüber anderen verschafft. Gott ist mein Zeuge. Das nehme ich auch mit ins Grab. Ich bin sehr stolz auf meine Karriere», sagte der zweifache Zeitfahr- Weltmeister, Tour- und Vuelta-Sieger und Goldmedaillengewinner, dem vorgeworfen wird, er soll vom spanischen Doping-Arzt Fuentes Blutdoping, EPO und Wachstums-Hormone erhalten haben.

«Unter der Gürtellinie»

Ullrich fühlt sich in der öffentlichen Wahrnehmung weiter ungerecht behandelt: «Ich wurde unter der Gürtellinie angegriffen, meine Familie attackiert. Mir wurde ein paar Mal ins Herz geschossen. Ich bin noch dabei, die Wunden zu nähen», erklärte Ullrich, dessen T- Mobile-Team ihn vor dem Tourstart 2006 wegen Doping-Verdachts erst suspendierte und dann entließ. (dpa)

 
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