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US-Basketball: 

NBA-Meister: Boston zerlegt Lakers

18. Jun 2008 11:49
Die Sensation ist perfekt: Die Celtics mit dem goldenen Basketball
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Die Boston Celtics feiern das größte Comeback der amerikanischen Sportgeschichte gegen Kobe Bryant & Co. 223 Punkte erzielen Lakers und Celtics in dem furiosen Finale insgesamt.

Als die erste Meisterschaft seit 22 Jahren und das größte Comeback in der Geschichte der nordamerikanischen Basketball- Liga NBA perfekt waren, brachen bei den Boston Celtics alle Dämme. Nach dem 17. Titelgewinn durch das eindrucksvolle 131:92 im sechsten Finalspiel gegen die Los Angeles Lakers, dem höchsten Finalsieg in der NBA-Historie, verwandelten Zehntausende das Bostoner Northend in eine Partymeile und knapp 19 000 Zuschauer den ausverkauften TD Banknorth Garden in ein Tollhaus. Paul Pierce übergoss Meister-Trainer Doc Rivers mit einem Eimer Limonade, Kevin Garnett küsste das Vereinsemblem auf dem Parkettboden und die Fans feierten ihre Lieblinge mit Sprechchören.

«Einfach Wahnsinn»

«Ich bin endlich auf dem Basketball-Gipfel», brüllte Garnett nach dem entscheidenden vierten Sieg in der Serie «best of seven» und Pierce meinte: «Ich kann das alles gar nicht glauben. Wenn man bedenkt, wo wir vor einem Jahr standen und wo wir jetzt stehen, das ist einfach Wahnsinn.» In der Vorsaison hatte der zum wertvollsten Spieler (MVP) der Playoffs gewählte Superstar die damals zweitschlechteste Mannschaft der Liga noch verlassen wollen, jetzt stieg er mit dem Verein wie Phoenix aus der Asche auf den NBA-Thron. «Wir hatten keine guten Jahre, aber ihr habt immer zu mir gehalten. Nun bringen wir die Meisterschaft wieder nach Hause», rief Pierce den jubelnden Fans zu.

Garnett - Pierce - Allen

Gemeinsam mit dem vor der Saison aus Minnesota gekommenen Garnett und dem aus Seattle geholten Ray Allen bildete Pierce in dieser Saison ein magisches Dreieck. Auch am Dienstagabend (Ortszeit) drückte das Trio dem Spiel seinen Stempel auf. Garnett und Allen kamen als beste Werfer auf jeweils 26 Punkte, Pierce steuerte 17 Zähler bei. Der Erfolg für Boston stand spätestens nach dem Ende des dritten Viertels fest, als die Gastgeber mit 89:60 führten. Dabei hatte Lakers-Trainer Phil Jackson noch in der Halbzeit von seinen Spielern gefordert: «Lasst euch das Ding hier nicht so einfach wegnehmen.»

Grandiose Gala

Zu diesem Zeitpunkt lagen die hilf- und planlosen Gäste bereits mit 35:58 im Hintertreffen. Vor allem mit der starken Defensive der Celtics kamen die Lakers nicht klar. Zwar erzielte Superstar Kobe Bryant in den ersten drei Minuten acht Punkte, wurde wie seine Mitspieler mit fortlaufender Spieldauer bei der grandiosen Gala der Gastgeber aber mehr und mehr zum Statisten degradiert. «Sie haben definitiv die beste Verteidigung, die ich diese Saison gesehen habe», lobte Bryant, der auf 22 Punkte kam und zum zweiten Mal nach 2004 ein Finale verlor. «Sie haben sich voll auf Kobe konzentriert und aufgepasst, dass er ihnen nicht wehtut. Bei uns ist leider niemand für ihn in die Bresche gesprungen», analysierte Jackson.

Geschichte wiederholt sich

Sein Pendant Rivers, der im Konfettiregen jeden seiner Spieler umarmte und ausgelassen seinen ersten Titel als Trainer feierte, jubelte dagegen: «Ich habe den Jungs vom ersten Training an gesagt: Wenn wir defensiv gut spielen, können wir Meister werden.» Für Boston war es im elften Finalduell mit Los Angeles bereits der neunte Sieg. Nur 1985 und 1987 behielten die Lakers die Oberhand. Auch die alte Rekordmarke des höchsten Finalsieges stammte aus dem Duell der Erzrivalen: 1965 hatte Boston die Kalifornier mit 129:96 in den Sommerurlaub geschickt. 43 Jahre später hat sich Geschichte wiederholt. (nz/dpa)

 
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