30. Mai 2008 15:31
Die «Erklärung gegen Diskriminierung» wird am 23. Mai in Köln unterzeichnet - unter anderem vom Deutschen Fußball Bund und der Deutschen Fußball Liga. Hier der Wortlaut des Papiers:
Erklärung «Gegen Diskriminierung im Fußball»Die «Erklärung gegen Diskriminierung» basiert auf dem 5-Punkte-Plan vom Bündnis Aktiver Fußball Fans (BAFF) und Football Against Racism in Europe (FARE), welcher 2005 verabschiedet wurde. In Vorbereitung auf den 1. Fankongresses des Deutschen Fußball Bundes (DFB) in Leipzig im Juni 2007 wurde dieser Plan vom Netzwerk Frauen im Fußball (F_IN) und der European Gay and Lesbian Sport Federation (EGLSF) überarbeitet und auf dem Kongress vorgestellt.
Die Erklärung wird europaweit Vereinen und Organisationen zur Unterzeichnung vorgelegt. Auf der EGLSF Website werden die Unterzeichnenden dokumentiert. Darüber hinaus achtet die EGLSF darauf, ob einzelne Punkte der Erklärung umgesetzt werden. Ein Schwerpunkt der Arbeit der EGLSF ist die Thematisierung und Bekämpfung von Homophobie und Sexismus.
Thematisierung aller Formen von Diskriminierung
Wer Diskriminierung bekämpfen will, muss zunächst die Tatsache anerkennen, dass es im Fußball neben Rassismus auch andere Formen der Diskriminierung wie z.B. Diskriminierung von Menschen mit Behinderung, Antisemitismus, Islamophobie, Homophobie oder Sexismus gibt und dass jegliche Form der Diskriminierung immer Menschen betrifft, die Teil der Fußballwelt sind: Fans, SpielerInnen, TrainerInnen, BetreuerInnen, SchiedsrichterInnen usw.
Einführung von Antidiskriminierungsparagraphen in Stadionordnungen und/oder Vereinssatzungen
Anfeindungen jeglicher Form betreffen jede/n im Fußball, nicht nur Frauen, Homosexuelle oder Andersgläubige. Daher werden nicht nur antirassistische, sondern antidiskriminierende
Satzungsparagraphen in jede Stadion- und Vereinsordnung aufgenommen, in denen festgehalten ist, dass keine/r aufgrund ihrer/seiner sexuellen Orientierung oder Hautfarbe bzw. ihres/seines Geschlechts oder Glaubens diskriminiert werden darf.
Kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit und Aufklärung
Es genügt nicht, diesen Paragraphen lediglich einzuführen. Um darauf explizit hinzuweisen, sollte diese Einführung von aktiver Öffentlichkeitsarbeit (z.B. Podiumsdiskussion, Flugzettel am Stadion, Stellungnahmen von SpielerInnen) flankiert werden. Dazu gehört ebenso eine kontinuierliche Aufklärung z.B. von TrainerInnen, SchiedsrichterInnen und BetreuerInnen sowie die Schulung von Sicherheitspersonal.
Unterstützung der Vielfalt des Fußballs
Die Vielfalt im Fußball sollte als Selbstverständlichkeit präsentiert werden, indem regelmäßig über Frauenfußball, die Beteiligung von Schwulen und Lesben, Frauen, ethnischen Minderheiten usw. im Fußball berichtet wird. Gemeinsame Aktionen und Kooperationen mit migrantischen Vereinen, schwullesbischen Organisationen, Frauenfußballklubs, Frauenfanklubs usw. können ebenfalls zum Abbau von Vorurteilen beitragen.
Dokumentation von Diskriminierungen
Diskriminierendes Verhalten und das Tragen entsprechender Symbole wird gemeldet und dokumentiert, damit sie untersucht werden können, um so Lösungsansätze zu erarbeiten oder/und Sanktionen gegen den/die ÜbeltäterIn bzw. die betreffende Einrichtung ergreifen zu können. Hierzu bietet sich die Ernennung einer/eines Diskriminierungsbeauftragten in den Vereinen/Organisationen an.