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Lothar Matthäus in Israel: 

Gelobt im Heiligen Land

22. Mai 2008 12:02
Mit dem Herz in der Hand und der Leidenschaft im Bein: Lothar Matthäus
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Mit einer Cocktailparty empfing der israelische Erstligist Maccabi Netanya seinen neuen Cheftrainer Lothar Matthäus. «Ein historischer Tag für den Fußball», sagt Netanya-Besitzer Daniel Jammer.

Der alte Trainer ist noch im Amt, aber Lothar Matthäus wurde bereits als neuer Chefcoach des israelischen Fußballerstligisten Maccabi Netanya vorgestellt. Dabei hat Matthäus’ Vorgänger, Reuven Atar, mit der Mannschaft noch zwei Spieltage zu absolvieren. Das Saisonziel, die israelische Vizemeisterschaft, ist noch nicht erreicht. Netanya verlor am Wochenende mit 0:3 bei Beitar Jerusalem, das damit auch rechnerisch als Meister feststeht. Netanya hat nur drei Punkte Vorsprung vor dem arabischen Verein Hapoel Bnei Sakhnin, der als Aufsteiger überraschend Platz drei belegt.

«Ein großer Tag»

Auf der Cocktailparty, die Maccabi-Besitzer Daniel Jammer, ein aus Frankfurt/Main stammender Unternehmer, zu Ehren von Lothar Matthäus gab, war davon nur wenig die Rede. Jammer lobte stattdessen seinen neuen Cheftrainer in höchsten Tönen. «Das ist unser großer Tag», beschied Jammer den Journalisten. «Heute ist der letzte Tag, an dem Ihr lästig und fies sein könnt. Vergesst nicht: Von jetzt an werden Eure Worte die Welt erreichen. Das ist ein historischer Tag für den Fußball. Ich möchte beweisen, dass wir ein starkes Land sind, dass hier keine Idioten leben.»

«Rettet die Polarbären»

Die Bürgermeisterin der nordisraelischen Stadt, Miriam Feierberg, sprach gar davon, dass Matthäus schon quasi zu einem Israeli geworden sei. «Auch wenn er nicht Hebräisch spricht, so ist er doch ein wirklicher Sabra», sagte sie über Matthäus. Sabra ist das hebräische Wort für die im Land geborenen Israelis. Die liberale Tageszeitung «Ha’aretz» sah sich zu Spott veranlasst: Die Bürgermeisterin hätte genauso Matthäus als einen loben können, der «die Macht hat, den Weltfrieden zu bringen und die Polarbären vor dem Aussterben zu retten».

«Es ist nur Fußball»

Lothar Matthäus selbst war bei der Cocktailparty am vergangenen Sonntag vergleichsweise bescheiden. «Es ist nur Fußball», sagte er und: «Ein Trainer alleine kann keine Spiele gewinnen. Er braucht einen guten Trainerstab und gute Spieler.» Seinen Job tritt Matthäus erst in sieben Wochen an. «Vorher habe ich eine Wohnung zu suchen und ein Auto zu kaufen. Ich habe ja nicht einmal eine Badehose dabei.»

Vorgängers guter Job

Seinem Vorgänger Reuven Atar, der das Team im vergangenen Jahr zum Vizemeistertitel führte und dieses Kunststück trotz der Matthäus'schen Cocktailparty auch in diesem Jahr schaffen kann, stellte Matthäus ein gutes Zeugnis aus: «Ich kann verstehen, dass er nicht glücklich ist. Er hat einen guten Job gemacht in den letzten zwei Jahren und ich hoffe, dass ich ihm folgen kann und ein paar Dinge besser machen kann.»

Pisanti als Kotrainer

Daniel Jammer betonte, für den bei den Fans beliebten Reuven Atar stünde die Tür in Netanya immer offen, und er fügte einen interessanten Vorschlag hinzu: «Ich würde es gerne sehen, wenn Reuven bei dem Team bleiben würde, vielleicht als zweiter Trainer unter Matthäus.» Auf dieses Angebot ging Atar nicht ein, und Matthäus will den aus seinen Bundesligaeinsätzen beim 1. FC Köln bekannten Israeli David Pisanti als Kotrainer verpflichten. (nz)

 
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