19.05.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Oscar Pistorius und eine seiner Bein-Prothesen
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Das Leichtathletik-Meeting im Berliner Olympiastadion will in diesem Jahr Geschichte schreiben: Erstmals soll ein behinderter Sportler gegen die weltbesten 400-Meter-Läufer antreten.
Der unterschenkelamputierte Sprinter Oscar Pistorius soll beim Internationale Stadionfest (Istaf) der Leichtathleten am 1. Juni in Berlin starten. «Wir haben Pistorius nach der bahnbrechenden Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshofs nach Berlin eingeladen und hoffen, dass er bei uns über die 400 Meter läuft, wo er auf einige der weltbesten Viertelmeiler wie Jeremy Wariner trifft», sagte Gerhard Janetzky, geschäftsführender Gesellschafter des ISTAF, am Montag.
Pistorius, Paralympics-Sieger von 2004 und Weltrekordhalter der Behindertensportler über 100 m, 200 m und 400 m, hatte mit seinem Einspruch beim Internationalen Sportgerichtshof Cas Erfolg und darf bei den Olympischen Spielen starten. Dies hatte der CAS am vergangenen Freitag in Lausanne entschieden. Das oberste Sportgericht hob damit eine Entscheidung des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF auf. Das IAAF-Council hatte dem 21 Jahre alten Südafrikaner den erhofften Start bei den Spielen in Peking mit der 4x400-Meter-Staffel zunächst verwehrt. Laut CAS-Urteil darf Pistorius nun bei allen IAAF- Wettbewerben auf seinen Karbon-Prothesen («Cheetahs») starten.
«Wir würden damit als erstes Leichtathletik-Meeting der Welt in einem A-Lauf die Grenze zwischen behinderten und nicht-behinderten Sportlern aufheben und einen spannenden Wettkampf bieten, der in dieser Form wegweisend sein dürfte», sagte Janetzky. Das Traditionsmeeting bildet am 1. Juni den Auftakt zur Golden-League- Serie. Nach Berlin stehen Oslo (6. Juni), Rom (11. Juli) und Paris (18. Juli) sowie nach den Olympischen Spielen noch Zürich (29. August) und zum Abschluss Brüssel (5. September) auf dem Programm. (dpa)