Die unendliche Geschichte:
«Causa Busch» geht in die nächste Runde
14. Mai 2008 12:18
 |  Jetzt wird es des Eises ernst: Florian Busch (r.) | Foto: dpa |
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Während der Eishockey-WM konnte Eisbären-Stürmer Florian Busch wenigstens sportliche Schalgzeilen produzieren. Nach dem Zwischenrunden-Aus und der Rückkehr steht seine verpasste Dopingprobe wieder im Fokus.
Die Weltmeisterschaft ist sportlich mit Ach und Krach überstanden, die Krise für den Deutschen Eishockey-Bund (DEB) aber noch lange nicht. Im Zwist um die verweigerte Dopingprobe von Nationalspieler Florian Busch dürfte die Verbandsspitze am Freitag von der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada) die Leviten gelesen bekommen. Beide Seiten treffen sich erstmals, seit die Nada wegen der ausgebliebenen Sperre für Busch während der WM das Abkommen über die Trainingskontrollen mit dem DEB fristlos kündigte.
Der aus Kanada bereits nach Deutschland zurückgekehrte DEB-Vizepräsident Uwe Harnos hatte während der WM in Halifax erklärt, es gehe jetzt darum, so schnell wie möglich ein neues Abkommen zu schließen. Harnos und DEB-Sportdirektor Franz Reindl werden den Verband bei den Gesprächen vertreten, die laut Harnos am Frankfurter Flughafen geführt werden sollen.
Gesprächsbereitschaft signalisiert
«Es könnte auch darum gehen, irgendwann wieder einen neuen Vertrag mit dem DEB über Trainingskontrollen zu haben», sagte Nada-Sprecherin Ulrike Spitz. Die bisherige Vereinbarung sei aufgekündigt worden, weil die Geschäftsgrundlage durch den Fall Busch entzogen worden sei. «Wir haben klar Position bezogen», betonte Spitz. Von Seiten der Nada werden ihren Angaben zufolge Geschäftsführer Christoph Niessen und Justiziarin Anja Berninger an dem Gespräch teilnehmen. Auch Generaldirektor Michael Vesper vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), der das Treffen vermittelt hatte, wird nach Auskunft seines Verbandes dabei sein.
DEB-Chef Hans-Ulrich Esken bleibt dagegen in Kanada. Der Richter bewertete die Erfolgsaussichten für Freitag zurückhaltend: «Wir werden erst dieses Gespräch abwarten und dann schauen. Wenn man sich trifft und spricht, ist das immer ein Zeichen des guten Willens.»
Eishockey-Bund verteidigt sein Vorgehen
Die Positionen sind verhärtet, doch der DEB sitzt am kürzeren Hebel. Der Verband hat sich mit Nada, Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) und Bundesinnenministerium angelegt, das die jährlichen Zuschüsse in Höhe von 600.000 Euro eingefroren hat. Der DEB hält die Verwarnung und die Geldstrafe für Busch durch sein unabhängiges Verbands-Gremium nach wie vor für richtig.
Der verbittert wirkende Stürmer durfte bei der WM bleiben, weil der Eishockey-Weltverband IIHF wie der DEB nicht alle Rechtsmittel in Deutschland ausgeschöpft sieht. Nada und Wada könnten das deutsche Sportschiedsgericht in Köln oder als dessen Vorgängereinrichtung das ad-hoc-Schiedsgericht des DOSB anrufen. Dem widersprach Sprecherin Spitz: «Die Nada kann keine Rechtsmittel einlegen.»
Der DEB hat sich dem nationalen Schiedsgericht noch nicht unterworfen, die Verbandsspitze strebt für die Mitgliederversammlung am 12. Juli aber eine entsprechende Satzungsänderung an. Die komplexen Rechtspositionen machen es neben den verbalen Giftpfeilen der vergangenen Wochen sehr fraglich, dass am Freitag tatsächlich schon ein neuer Vertrag präsentiert wird. (dpa)