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Eishockey-WM in Kanada: 

US-Boys fühlen sich betrogen

12. Mai 2008 15:35
Umstrittene Entscheidung bei der WM in Kanada Foto: dpa
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Ein Treffer, der keiner war, entschied die umstrittene Partie der Amerikaner gegen Finnland zugunsten der Skandinavier. «Ich rate ihm, mal zum Arzt zu gehen», schimpfte US-Trainer John Tortorella anschließend über den Videorichter.

Wenn selbst unzweifelhafte Fernsehbilder nicht genügen, empfiehlt der Eishockey-Coach einen Arztbesuch: Ein trotz Videobeweis klar zu Unrecht gegebenes Tor hat bei der Eishockey-Weltmeisterschaft für Aufregung beim US-Team gesorgt. «Ich weiß nicht, was zum Teufel der Kollege da oben gesehen hat. Er hat große Augenprobleme. Ich rate ihm, mal zum Arzt zu gehen», schimpfte US-Trainer John Tortorella über den Videorichter nach dem 2:3 (0:0, 2:0, 0:3) gegen Finnland am Sonntag in Halifax. Der Anschlusstreffer des Vizeweltmeisters zählte, obwohl der Schuss von Ville Koistinen knapp am Pfosten vorbei flog und von der Seite durch das Netz sauste.

«Ich habe es von der Bank aus gesehen», sagte Tortorella, der sich über den finnischen Jubel gewundert hatte. Weder die russischen Schiedsrichter Wjatscheslaw Bulanow und Alexander Poljakow, mit denen auch schon die deutsche Mannschaft unzufrieden war, noch ihre beiden Linienrichter oder der Torrichter hatten das bemerkt. Als Letzter schaute schließlich der Videorichter nicht richtig hin und wurde anschließend folgerichtig vom Eishockey-Weltverband IIHF für den Rest der WM aussortiert.

Blut und Nasenbeinbruch

Der stets gut gekleidete und adrett frisierte Tortorella war außer sich, als auf Tor entschieden wurde. «Ich habe von diesen Horror- Shows im internationalen Eishockey gehört. Jetzt erlebe ich eine. Sie haben beide Mannschaften schon vorher benachteiligt», sagte der sonst bei Tampa Bay Lightning in der National Hockey League beschäftigte Coach, akzeptierte aber die Niederlage als berechtigt.

Nach der Schlusssirene der äußerst giftig geführten Partie mit 202 Strafminuten, drei Spieldauerdisziplinarstrafen und drei Matchstrafen gab es noch eine Prügelei, bei der sich der Finne Anssi Salmela eine blutige Nase holte. «Er braucht eine gebrochene Nase, um gut Eishockey zu spielen», sagte Finnlands kanadischer Trainer Doug Shedden, dem die Partie gefallen hatte: «Ein bisschen Blut, die Jungs waren angepisst - ein gutes Eishockeyspiel.» Das angebliche Tor wollte Shedden nicht gesehen haben, «aber ich nehme es mit».

Neuauflage möglich

Außer den USA und Finnland, die im Turnierverlauf noch einmal aufeinander treffen könnten, stand auch Titelverteidiger Kanada vor dem letzten Zwischenrundenspiel am Montag als Viertelfinalist in Halifax fest. Die deutsche Mannschaft hatte durch das blamable 1:10 gegen den Rekordweltmeister die Runde der letzten Acht verpasst.

In Québec kamen Russland, Tschechien, Schweden und die Schweiz weiter, Weißrussland und Dänemark schieden aus. Weil diesmal nur die Halbfinalisten aus Halifax reisen müssen, gibt es im Viertelfinale am Mittwoch keine Überkreuzvergleiche zwischen den qualifizierten Mannschaften aus den beiden Gruppen.

Slowakei bleibt erstklassig

Absteiger sind Slowenien und Italien. Ex-Weltmeister Slowakei sicherte sich in den Playoffs mit 5:1 und 4:3 nach Penaltyschießen über Slowenien ebenso den Klassenverbleib wie Aufsteiger Frankreich mit 3:2 und 6:4 über Italien.

Bei den Franzosen ragte Torwart Cristobal Huet heraus, der in Washington den von dort abwandernden Olaf Kölzig verdrängte. Aufsteiger zur WM 2009 in der Schweiz sind Österreich und die nach 70 Jahren wieder erstklassigen Ungarn. (dpa/nz)


 
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