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Champions-League-Finale der Handballer: 

Kiels Traum zerplatzt

11. Mai 2008 19:43
Kein Durchkommen für Nikola Karabatic
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Nach dem Hinspielsieg bei Ciudad Real waren die Norddeutschen zuversichtlich in die entscheidende Partie in eigener Halle gegangen. Die Spanier aber ließen sich auch von der Atmosphäre in Kiel nicht beirren und hatten das bessere Ende für sich.

Der THW Kiel hat sich den Traum vom erneuten Gewinn der Handball-Champions-League nicht erfüllen können. Der deutsche Rekord-Meister wurde am Sonntag vor 10.250 Zuschauern in der heimischen Sparkassen-Arena kurz vor dem großen Ziel von Spaniens Meister BM Ciudad Real abgefangen.

Die Gastgeber verloren das Final-Rückspiel mit 25:31 (13:15), nachdem sie vor Wochenfrist das Hinspiel auf der iberischen Halbinsel mit 29:27 gewonnen und damit den Spaniern die erste Heimniederlage seit mehr als drei Jahren zugefügt hatten.

Triple für die Spanier

Die Kieler konnten somit ihren Vorjahreserfolg, als sie sich im Finale der Champions League gegen den Bundesliga-Rivalen SG Flensburg-Handewitt durchsetzten, nicht wiederholen. Den Ruf, die beste Vereinsmannschaft der Welt zu sein, muss der THW dem Champions-League-Sieger von 2006 überlassen, der in Spanien sowohl den Pokal als auch die Meisterschaft gewonnen hat.

Als Trost können sich die Norddeutschen am nächsten Mittwoch die deutsche Meisterschaft sichern. Mit einem Sieg bei Frisch Auf Göppingen wären sie einen Spieltag vor Abschluss der Bundesliga-Saison zum 14. Mal Titelgewinner. Den DHB-Pokal haben sie sich in der laufenden Saison bereits gesichert.

Hektische Gastgeber

Die Spanier, die mit einem Etat von zwölf Millionen Euro als reichster Verein der Welt gelten, bestimmten in dem erneut mit höchstem körperlichen Einsatz geführten Spiel das Geschehen. Der deutsche Meister zeigte Nerven, leistete sich in der hektischen Partie zahlreiche technische Fehler und vergab überhastet beim Torwurf.

Mehrfach lag Ciudad Real mit drei Toren vorn. «Wir haben viel zu hektisch gespielt. Die waren besser und haben den Sieg verdient», sagte Kiels Stefan Lövgren

Kurzzeitige Führung

Erstmals in Führung gingen die Norddeutschen fünf Minuten vor dem Seitenwechsel, als Karabatic mit einem Gewaltwurf zum 11:10 traf. Doch auch eine Zwei-Tore-Führung sorgte beim THW nicht für Ruhe. Insbesondere Ciudad Reals Torjäger Olafur Stefansson konnte von den Einheimischen nicht unter Kontrolle gebracht werden.

Zudem hatte Torhüter Arpad Sterbik wieder einen glänzenden Tag. Reihenweise parierte der gebürtige Serbe die Würfe der Kieler. Im zweiten Durchgang bauten die Gäste ihre Führung aus. Die Kieler scheiterten indes immer wieder an der hervorragend aufgestellten und aggressiv zu Werke gehenden Abwehr der Spanier oder spätestens an Sterbik.

40.000 Kartenwünsche

Die Zuschauer in der Sparkassen-Arena hielt es dennoch nicht auf ihren Plätzen. Mit minutenlangen Ovationen und Sprechgesängen feierten sie den THW, der in der laufenden Champions-League-Saison 13 von 16 Partien zu seinen Gunsten entschieden hatte. Unschöner Abschluss der Partie war allerdings ein Handgemenge auf dem Parkett, in das sich auch die Zuschauer einmischten. Erst nach einigen Minuten hatten sich die erhitzten Gemüter wieder beruhigt, so dass der neue Titelträger geehrt werden konnte.

40.000 Handball-Anhänger wollten Karten für das Rückspiel; die meisten mussten sich mit dem heimischen Fernseher oder mit Großbildleinwänden in der Stadt begnügen. (dpa/nz)

 
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