Auch Ex-Verteidiger Krupp stellte sich erneut vor Reindl. Die Mannschaft in Kanada wisse, wer hart für sie arbeite. «Wer politische Statements machen will, soll zu den Politikern gehen. Wir haben zwei Jahre fast vor leeren Hallen gespielt», sagte Krupp und fauchte wegen der Plakate: «Dann ist es besser, wenn niemand kommt.» Spätestens beim zweiten Zwischenrundenspiel gegen Kanada am Samstag (21.30 Uhr/DSF) wird sich zeigen, wie die bestens informierten Fans auf den Wutausbruch des bisher populären Hoffnungsträgers reagieren. Am Freitag hatten sich die Wogen zunächst geglättet. Es waren am Nachmittag keine Fans beim Training, in der kleinen Innenstadt verteilte Krupp Anstecknadeln - erkundigte sich aber vorher nach einer eventuellen Beteiligung an der Aktion.
Nur Siege gegen den gastgebenden Titelverteidiger und zum Zwischenrunden-Abschluss gegen Lettland könnten die DEB-Mannschaft noch ins Viertelfinale hieven, weil Krupp nach seinem Ärger über die Fans ansehen musste, wie sein Team nach drei Minuten 0:3 gegen die USA zurücklag. Assistenztrainer Ernst Höfner erklärte in der DEB-Mitteilung zur Partie: «Das unfaire und schlechte Verhalten der Fans hat der Mannschaft geschadet und ist mitunter für den schlechten Start verantwortlich.»