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Nächste «Panne» im deutschen Eishockey : 

Kein Punktabzug für DEB-Team

07. Mai 2008 21:22, ergänzt 23:54
Übernimmt die Verantwortung: DEB-Sportdirektor Franz Reindl
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Nach dem Fall Busch mussten sich die deutschen Kufencracks bei der WM in Kanada mit einem neuen Fauxpas der Teamleitung auseinandersetzen. Jason Holland war beim denkwürdigen Sieg über die Slowakei nicht spielberechtigt, bestraft wird der Fehler aber nicht.

Erst grünes Licht für Florian Busch, dann eine neue Hiobsbotschaft, am Ende aber Erleichterung bei der deutschen Eishockey-Auswahl: Trotz des unberechtigten Einsatzes von Jason Holland bleibt der 4:2-Sieg gegen die Slowakei bei der WM bestehen. Dies entschied das Direktorat des Eishockey-Weltverbandes IIHF am Mittwoch in Halifax. Zuvor drohte am «Grünen Tisch» eine 0:5- Niederlage. Die IIHF begründete ihre Entscheidung mit außergewöhnlichen Umständen und erklärte, eine Umwandlung des Ergebnisses hätte den weiteren Turnierverlauf unfair beeinflusst.

Der gebürtige Kanadier Holland reiste aber noch am Abend ebenso wie Stürmer André Rankel von den Eisbären Berlin nach Hause. Rankel erlitt gegen die Slowaken eine Gehirnerschütterung. Aus Berlin kam zudem die schlechte Nachricht, dass das Bundesinnenministerium die Fördergelder für den Verband stoppte.

Reindl gesteht Fehler

«Ich übernehme die Verantwortung für diesen unverzeihlichen Fehler», kommentierte Franz Reindl, Sportdirektor des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), wenige Stunden vor dem letzten Vorrundenspiel am Mittwoch gegen Norwegen die Unachtsamkeit im Fall Holland. Der Verteidiger war 1996 bei der Junioren-WM für Kanada aktiv und hätte vier Jahre in Deutschland spielen müssen, um einsatzberechtigt zu sein.

Der Abwehrspieler steht aber erst seit drei Jahren in Ingolstadt unter Vertrag. Reindl gab zu, die Vier-Jahres-Frist nicht überprüft zu haben: «Ich kenne die Regeln. Das ist normalerweise ein 5:0 für die anderen.» Nun bleiben jedoch die Chancen auf den Viertelfinal-Einzug und die direkte Olympia-Qualifikation bestehen.

Busch darf bleiben

1987 bei der WM in Wien hatte ein ähnlicher Fall der deutschen Mannschaft großen Ärger beschert. Der aus Polen stammende Miroslav Sikora hatte bereits eine Junioren-WM für sein Geburtsland absolviert. Dies führte zu Protesten und Punktabzügen. Allerdings hatte damals die IIHF vorher ausdrücklich eine Spielgenehmigung erteilt, so dass der DEB vor einem ordentlichen Gericht die Punkte zurück bekam.

Selbst die weitere Spielberechtigung für Busch nach dessen verweigerter Dopingprobe rückte durch die neuen Ereignisse plötzlich in den Hintergrund. «Wir sind natürlich froh, dass das so gekommen ist», sagte Reindl zur Spielgenehmigung für den Berliner.

Wie die IIHF mitteilte, steht der 23 Jahre alte Angreifer weiter zur Verfügung, weil erst alle Rechtsmittel in Deutschland gegen das DEB- Urteil ausgeschöpft werden müssten. Bislang liege jedoch kein Einspruch vor. Der DEB hatte statt einer Sperre nur eine Verwarnung und eine Geldstrafe in Höhe von 5000 Euro ausgesprochen. (dpa)

 
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