Der Fall Florian Busch: 

netzeitung.deEishockey-Bund bekommt kein Geld mehr

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Noch für Deutschland im Einsatz: Florian Busch (r.) (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Noch für Deutschland im Einsatz: Florian Busch (r.)
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Der Auseinandersetzung um die verpasste Dopingprobe von Eishockey-Nationalspieler Florian Busch wird ernst. Das Innenministerium strich mit sofortiger Wirkung alle laufenden Zahlungen an den DEB.

Das Bundesinnenministerium hat wegen des Falles Florian Busch einen Förderstopp für Bundesmittel an den Deutschen Eishockey-Bund (DEB) durchgesetzt. Das erklärte der Parlamentarische Staatssekretär Christoph Bergner am Mittwoch im Sportausschuss des Deutschen Bundestages. «Wir haben am 18. April das Bundesverwaltungsamt beauftragt, wegen Verstoßes gegen die Anti-Doping-Regelungen einen Förderstopp zu verhängen und ein Rückforderungsverfahren einzuleiten», sagte der CDU-Politiker.

DEB «hat sich die Situation selbst eingebrockt»
«Die laufenden Zahlungen an den DEB sind gesperrt», erklärte Bergner weiter. Bevor der DEB bereits in diesem Jahr gezahlte Bundesmittel zurückerstatten müsse, habe dieser jedoch «Anspruch auf rechtliches Gehör». Danach werde von der Bundesverwaltung das Verfahren abgeschlossen. «Der DEB muss jetzt die harten Konsequenzen hinnehmen. Er hat mit dem falschen Urteil im Fall Florian Busch sich diese Situation selbst eingebrockt», meinte Bergner.

Der DEB erhält in diesem Jahr Sportfördermittel aus dem Haushalt des Bundesinnenministeriums von etwa 600.000 Euro. Um den Verstoß gegen die Antidoping-Regeln abzustellen, werde die Sportdachorganisation DOSB gemeinsam mit der Nada am 16. Mai ein Gespräch mit den Eishockey-Funktionären führen. «Eingefroren heißt nicht entzogen», sagte DEB-Vizepräsident Uwe Harnos am Mittwoch am Rande der Weltmeisterschaft in Halifax. Sollte dies jedoch passieren, werde man sich dagegen verwahren.

Der Verband war in Berlin nicht vertreten, die DEB-Spitze mit Präsident Hans-Ulrich Esken und Harnos weilt bei der WM in Kanada. Harnos verwies darauf, dass er zum Rückflug bereit gewesen wäre, obwohl der DEB gar nicht offiziell eingeladen gewesen sei. DOSB-Generaldirektor Michael Vesper habe nach Rücksprache mit dem Sportausschuss-Vorsitzenden Peter Danckert mitgeteilt, dass auf ein Erscheinen verzichtet werden könne. «Beide sind sich einig gewesen, dass es ein Wahnsinn gewesen wäre, für viel Geld drei Tage durch die Weltgeschichte zu fliegen. Wir sind ein gemeinnütziger Verband und können die Kohle nicht zum Fenster rausschmeißen», sagte Harnos. Aus dem Nicht-Erscheinen einen Vorwurf zu machen, sei bodenlos.

Regelsperre von zwei Jahren
Der DEB hatte den Berliner Nationalspieler Busch nach einer von ihm am 6. März verweigerten unangekündigten Trainingskontrolle verwarnt und mit einer Geldstrafe sowie mit der Ableistung von gemeinnütziger Arbeit belegt. Nach den Regeln des Codes der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada) hätte Busch mit einer Regelsperre von zwei Jahren bestraft werden müssen.

Der Spieler hatte sich erst Stunden später bei einer vom DEB in Auftrag gegebenen Dopingkontrolle gestellt. Er kam im Finale um die deutsche Meisterschaft für die Eisbären zum Einsatz, schoss das entscheidende Tor zum dritten Titel und wurde für die WM in Kanada nominiert. Busch selbst sagt, er hätte sich eine halbe Stunde nach der verweigerten Kontrolle bei der Nada gemeldet.

Nada-Geschäftsführer Christoph Niessen machte deutlich, dass die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada die Einschätzung der in Bonn ansässigen Stiftung uneingeschränkt teile, Busch wegen Verweigerung einer Dopingprobe mit einer Regelsperre von zwei Jahren zu belegen. Für den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) erklärte Justiziar Holger Niese, zumindest hätte Busch für mindestens ein Jahr gesperrt werden müssen.

Die Entscheidung über die weitere Spielberechtigung von Busch bei der WM sollte am Mittwoch in Halifax gegen 18.00 Uhr MESZ bekanntgegeben werden, wenige Stunden vor dem letzten Vorrundenspiel gegen Norwegen. Die Wada hatte am Dienstag eine vorläufige Sperre des 23-Jährigen gefordert und erklärt, sie habe vor der WM keine Spielgenehmigung erteilt. (dpa)