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Eishockey-WM: 

Kanada und USA liefern ein «irres Spiel»

07. Mai 2008 11:01
Kein Durchkommen: Jeff Halpern (USA, M.) gegen Goalie Cam Ward (r.) und Steve Staios (beide Kanada)
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Die Partie des WM-Gastgebers Kanada gegen die USA hat alle Beteiligten beeindruckt, inklusive der Zuschauer. Aber auch Russland spielt sich mit bisher drei Siegen in den Vordergrund.

Das nordamerikanische Duell zwischen Kanada und den USA war der bisherige Höhepunkt des bislang recht stimmungsarmen Turniers. 9200 Kanadier brachten das ausverkaufte Halifax Metro Centre erstmals ins Wanken und sangen nach dem Sieg über den Erzrivalen USA aus voller Brust ihre Nationalhymne. «Das war ein sehr, sehr hochklassiges Playoff-Spiel - wie das letzte Spiel einer Serie. Das habe ich eine Weile nicht erlebt», schwärmte Kanadas Trainer-Veteran Ken Hitchcock nach dem 5:4 (2:0, 1:2, 2:2)-Erfolg, den Torjäger Dany Heatley mit seinem sechsten WM-Treffer erst 47 Sekunden vor Schluss gesichert hatte. US-Coach John Tortorella meinte trotz der ersten Turnier-Niederlage: «Ein irres Spiel.»

Auf dem Papier ging es am Dienstag nur um den bedeutungslosen Sieg in der Gruppe B und Punkte für die Zwischenrunde. Auf dem Eis lieferten sich die Akteure, die sich untereinander bestens aus der nordamerikanischen Profiliga NHL kennen, einen tollen Kampf. Die US-Boys holten ein 0:3 und ein 2:4 auf und hätten das Prestigeduell genauso gut gewinnen können, wären sie zum Ärger ihres Trainers nicht in einen Konter gelaufen. Eine kleine Prügelei nach der Schlusssirene wirkte mehr eine Wirtshaus-Rauferei unter Freunden. Die Einlage endete mit Grinsen in den Gesichtern und Frotzeleien.

Erkenntnisse und Erfahrungen

Die Trainer nahmen für den weiteren WM-Verlauf wichtige Erkenntnisse mit, welche Akteure ihnen weiterhelfen, wenn es vom Viertelfinale an nur noch Alles-oder-Nichts-Spiele gibt. «Am Anfang fragt man und bettelt sogar, dass die Spieler kommen. In so einem Spiel stellt man Forderungen und schaut den Spielern bei jedem Wechsel in die Augen», sagte der schwergewichtige Hitchcock, im Hauptberuf Trainer der Columbus Blue Jackets in der NHL.

Vor allem für die jungen Spieler sei es eine enorm wichtige Erfahrung gewesen, wie hart in solchen Partien für den Sieg gespielt werden müsse, meinte US-Kollege Tortorella. «Einige haben es nicht geschafft», fügte der Trainer von Tampa Bay Lightning hinzu, der mit dem NHL-Klub aus Florida schon den Stanley Cup holte.

Zuvor gewann auch Russland sein drittes Spiel und ist auf dem besten Weg ins Viertelfinale. Die Russen siegten in Québec 4:1 (1:0, 2:0, 1:1) gegen Dänemark. Auch diese Partie der Vorrunde zählte bereits für die Zwischenrunde, die auch die Dänen erreicht haben. Die russischen Tore schossen Maxim Afinogenow (11.), NHL-Star Alexander Owetschkin (28.), Sergej Fjodorow (30.) und Konstantin Gorowikow (43.). Dänemarks Ehrentor erzielte Kim Staal (58.).

Neuer Goalie für Russland

Die Russen können im weiteren WM-Verlauf auf Torhüter Jewgeni Nabokow von den San Jose Sharks bauen. Der Mannschaftskollege der deutschen Profis Christian Ehrhoff und Marcel Goc kommt nach dem Playoff-Aus mit den Sharks in der NHL zum Nationalteam, das Verletzungssorgen bei den Torhütern hat. Gegen Dänemark stand in Michail Birjukow nur ein gesunder Schlussmann zur Verfügung.

Slowenien muss bei der Eishockey-Weltmeisterschaft in Kanada in den Abstiegs-Playoffs antreten. Der Aufsteiger verlor am Dienstag (Ortszeit) auch sein letztes Vorrundenspiel mit 0:3 (0:0, 0:2, 0:1) gegen Lettland. Der Gegner der Slowenen wird erst am Mittwoch ermittelt.

Lettland schaffte den vorzeitigen Klassenerhalt und steht in Halifax ebenso in der Zwischenrunde wie Titelverteidiger Kanada, die USA und Finnland. Nachdem Martins Cipulis einen Penalty verschossen hatte (15.), machte es Aleksandrs Nizivijs (31.) beim zweiten Versuch besser und sorgte im dritten WM-Spiel für das erste Tor der Letten. Aleksejs Sirokovs (32.) ließ sofort das zweite folgen und markierte auch den Endstand (60.). Sieger der Gruppe B wurde zuvor Kanada durch das 5:4 (2:0, 1:2, 2:2) über Nachbar und Rivale USA. Die Partie zählte ebenfalls schon für die Zwischenrunde.

Tschechien souverän

Im bedeutungslosen letzten Spiel der Gruppe D gewann Tschechien in Québec 7:2 (2:2, 4:0, 1:0) über Italien, das bereits als Teilnehmer an den Abstiegs-Playoffs feststand. Gegner wird dort Weißrussland oder Aufsteiger Frankreich. Den Staffelsieg holte sich zuvor Russland durch das 4:1 (1:0, 2:0, 1:1) über Dänemark. Auch diese Begegnung wurde schon für die Zwischenrunde gewertet, für die außerdem bereits die Tschechen, Schweden und die Schweiz qualifiziert sind. (nz/dpa)

 
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