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Eishockey-WM in Kanada: 

Krupp sieht viele Möglichkeiten

30. Apr 2008 20:40
Bandenarbeit: Bundestrainer Uwe Krupp
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Der Eishockey-Bundestrainer gibt sich drei Tage vor dem Auftaktspiel der WM gegen Finnland vorsichtig optimistisch. Mit etwas Glück sei für die Deutschen das Erreichen des Viertelfinales machbar.

Die weite Reise nach Kanada hat ein Großteil der deutschen Eishockey-Auswahl bereits bewältigt, den langen Marsch zurück in ein WM-Viertelfinale noch nicht. Bei der Qualifikation für die Olympischen Winterspiele 2010 droht sogar ein schwieriger Umweg.

Für Bundestrainer Uwe Krupp wäre die Rückkehr unter die Top Acht bei der 72. Weltmeisterschaft der Idealfall, doch vor dem Auftaktspiel am Samstag (21.30 Uhr/DSF) in Halifax gegen Finnland orientiert sich Krupp lieber an seiner ersten WM als Trainer im vorigen Jahr in Moskau. Drei Jahre nach dem Abstiegs-Desaster in Österreich hatte das DEB-Team dort den achtbaren neunten Platz belegt.

Schlüsselspiel gegen Norwegen

Mit Blick auf die Heim-WM in Köln und Mannheim in zwei Jahren stellte Krupp im dpa-Interview allerdings auch klar: «Alles, was wir jetzt machen, ist im Grunde Werbung für die WM 2010. Wir müssen uns in Halifax gut schlagen. Wenn wir mit dem neunten Platz nach Hause kommen und haben Sektflaschen im Bus, dann versteht das der Rest Deutschlands nicht.»

Nach den Vorrunden-Partien gegen Vizeweltmeister Finnland und Ex-Titelträger Slowakei dürfte es gegen Norwegen wie schon vor einem Jahr um den vorzeitigen Klassenverbleib gehen. Seine Mannschaft solle sich aber schon gegen Finnen und Slowaken verbessern und dann «hoffentlich gegen Norwegen auf allen Zylindern pumpen», sagte Krupp. Vor einem Jahr war mit einem 5:3 gegen die Skandinavier der Einzug in die Zwischenrunde gelungen, wo frei von jeglichem Druck mit einem 2:0-Erfolg über Ex-Weltmeister Tschechien die Sensation des gesamten Turniers glückte.

Playoffs gegen den Abstieg

Krupp stellte jedoch klar, wer für den Weltranglisten-Elften derzeit die Hauptkonkurrenten sind: Weißrussland wäre auf Platz neun derzeit als letzte Mannschaft direkt für die Winterspiele in Vancouver qualifiziert, wird aber von Lettland und Deutschland verfolgt. Den Deutschen sitzen die Dänen und Italiener im Nacken. Als Gegner in der Abstiegsrunde kommen Aufsteiger Slowenien und Lettland infrage.

Erstmals seit 1996 gibt es bei der WM Playoffs um den Klassenverbleib. Zwei Siege sind für die Rettung nötig - keine Selbstverständlichkeit: «Wir schlagen an schlechten Tagen leider nicht automatisch die Mannschaften mit den Weltranglistenpositionen zehn bis sechzehn», sagte Krupp.

Langfristige Planung

Eine direkte Olympia-Qualifikation hält er für «fast unmöglich». Dafür müsste seine Mannschaft erstmals seit 2003 das Viertelfinale erreichen sowie Weißrussland und Lettland ganz schlecht abschneiden. Krupp plant daher vorsorglich schon für ein Qualifikationsturnier im Februar 2009, das in Deutschland stattfinden könnte.

Es dauere fünf Jahre, um die Scharte des Abstieges in der Weltrangliste auszuwetzen, meinte Krupp und forderte daher: «Wir brauchen noch einmal zwei Jahre mit guten Ergebnissen.» Dann könnte auch Erzrivale Schweiz in der Rangliste wieder in Reichweite kommen. Die großen Sieben Kanada, Schweden, Finnland, Russland, Tschechien, Slowakei und USA sind sowieso nur an Gala-Tagen einmal zu schlagen. (dpa)


 
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