Gesundheitsreform mit Steuererhöhungen?:
Merkel will höhere Steuern für Gesundheit
22.06.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Nach der SPD-Spitze tendiert dem Bericht zufolge auch die CDU-Führung dazu, die Beitragssätze zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) um drei Prozentpunkte zu senken und dafür den Steuerzuschuss in drei Stufen zwischen 2008 und 2010 deutlich anzuheben. Zur Finanzierung seien neue Erhöhungen bei Einkommen- und Verbrauchsteuern geplant. Der Steuerzuschuss solle bei 30 bis 45 Milliarden Euro liegen. Die derzeit erwogene Finanzierung der Kinderversicherung liege hingegen nur bei 16 Milliarden Euro.
Mit dem Kurswechsel stoßen CDU und SPD allerdings auf Widerstand bei der CSU. «Wir können den Menschen keine derart massiven Steuererhöhungen zumuten», sagte CSU-Generalsekretär Markus Söder dem «Handelsblatt». Dem Bericht zufolge hat CSU-Chef Edmund Stoiber auf dem Spitzentreffen gegen die neuen Pläne protestiert: Seine Partei sei allenfalls bereit, die Kinderversicherung aus Steuern zu finanzieren.
Das neue Konzept wäre ein radikaler Kurswechsel gegenüber den Plänen, die bisher aus der Arbeitsgruppe der Koalition zur Gesundheitsreform durchgedrungen sind. Bislang hatten sich die Koalitionäre früheren Berichten zufolge nur auf die Einrichtung eines Gesundheitsfonds verständigt, aus dem die gesetzlichen Kassen künftig ihre Mittel bekommen sollten die Finanzierung war aber strittig, insbesondere die Einbeziehung der Privaten Krankenversicherung.
Eine Steuerfinanzierung sei der richtige Weg, die Gesundheitskosten vom Lohn abzukoppeln, sagte SPD-Präsidiumsmitglied Andrea Nahles. Den Gesundheitsfonds stellte sie aber in Frage. Um die GKV verstärkt über Steuerzuschüsse zu finanzieren, bedürfe es eines solchen Pools nicht, meint Nahles. Schließlich komme auch der derzeitige Zuschuss für versicherungsfremde Leistungen in Höhe von 4,2 Milliarden Euro ohne den Fonds aus. (nz)

