Kommission stellt sich gegen Rente mit 67
Schmähl ist Mitglied der Sachverständigen-Kommission der Bundesregierung für den Fünften Altenbericht. Der Bericht, der schon im August 2005 fertig gestellt wurde, aber bis dato nicht veröffentlicht wurde, stellt sich gegen eine Erhöhung des Renteneintrittsalters.
Der Rentenexperte sieht dadurch «die große Gefahr einer steigenden Altersarmut». Es werde «eine große Gruppe von Verlierern geben nämlich die, die kein Geld für eine private Vorsorge haben», warnte er. Viele Bürger müssten zudem «eine längere Periode der Arbeitslosigkeit hinnehmen und können in dieser Zeit nicht privat vorsorgen». Die Gewinner sind für Schmähl «diejenigen, die Produkte zur privaten Altersvorsorge vertreiben».
Vor der Sommerpause wird das aber mehr nicht der Fall sein, da die Stellungnahme laut den Angaben des Sprechers erst im Juli fertig sein wird. «Wir haben zwischendurch einen Regierungswechsel gehabt», verteidigte er die Verspätung.
Zuvor hatte die Links-Fraktion im Bundestag die sofortige Veröffentlichung gefordert: «Offenkundig widerspricht der Bericht in zentralen Fragen der Rentenpolitik der Bundesregierung», sagte Fraktionschef Gregor Gysi. «Wenn dann die Regierung diese Expertise unter Verschluss hält, werden die Abgeordneten und die Öffentlichkeit zielgerichtet hinters Licht geführt.»
Für eine Absenkung des Rentenniveaus gebe es deshalb «keine Notwendigkeit und könnte mit entsprechenden Maßnahmen verhindert werden». In der Politik «gebe es jedoch keine maßgeblichen Kräfte, die in diese Richtung steuern».

