netzeitung.deIn Japan gibt es immer weniger Kinder

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Japanische Kinder (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Japanische Kinder
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Was Deutschland noch bevorsteht, ist in Japan schon Alltag: Der Anteil der Kinder an der Bevölkerung sinkt seit Jahrzehnten. Inzwischen verzeichnet das asiatische Land einen realen Bevölkerungsschwund.

Der Anteil der Kinder an der Gesamtbevölkerung Japans ist im April auf ein Rekordtief gesunken: Nur noch 13,7 Prozent der Japaner sind Kinder, wie die Zeitung «Sankei Shimbun» am Donnerstag unter Berufung auf Regierungsstatistiken berichtete. Zugleich war der Bevölkerungsanteil der über 65-Jährigen in Japan mit 20,4 Prozent so hoch wie noch nie. Japan feiert am Freitag den «Tag der Kinder».

Dem Bericht zufolge sank die Zahl der Kinder unter 15 Jahren im April gegenüber dem Vorjahr um 180.000 auf rund 17,5 Millionen. In Japan sinkt die Kinder-Quote an der Gesamtbevölkerung bereits seit 32 Jahren. Ein Grund für die sinkende Geburtenquote ist der Trend unter jungen Japanern, immer später zu heiraten und damit auch die Geburt des ersten Kindes hinauszuschieben. Zudem wollen immer weniger Japanerinnen für Kinder auf ihre Karriere verzichten.

Bevölkerung schrumpft
Die Geburtenquote hatte 2004 einen Tiefstand von 1,29 Geburten pro Frau erreicht. Erforderlich wären 2,08 Geburten, um die Bevölkerungszahl von rund 127 Millionen stabil zu halten. Die Überalterung der japanischen Gesellschaft hat inzwischen dazu geführt, dass die Bevölkerungszahl im vergangenen Jahr zu schrumpfen begonnen hat.

Wegen des demographischen Wandels wird in Japan ähnlich wie in Deutschland die Frage der künftigen Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme diskutiert. Zudem wird ein Arbeitskräftemangel befürchtet - auch mangels Zuwanderung. Doch die Regierung scheint nun bereit zu sein, über einen verstärkten Zuzug von ausländischen Arbeitskräften nachzudenken. (nz)