Weniger Rente für Kinderlose?:
Politiker fordern Rentenkürzung für Kinderlose
Den Direktor des Instituts für Wirtschaftspolitik der Uni Köln, Professor Johann Eekhoff, zitiert die Zeitung mit den Worten: «Die Renten von Kinderlosen müssten um die Hälfte gesenkt werden.» Kinderlose hätten nie in das Rentensystem aufgenommen werden dürfen, weil es nur funktioniere, wenn es von nachfolgenden Generationen finanziert werde. Es sei daher «dringend geboten», die Rentenansprüche von Versicherten mit Kindern zu erhöhen und die von Kinderlosen zu verringern.
Auch Politiker denken über eine Rentenkürzung für Kinderlose nach. Der CSU-Bundestagsabgeordnete Norbert Geis sagte laut «Bild»: «Kinderlose sollten entweder eine verminderte Rente bekommen oder mehr in die Rentenkasse einzahlen müssen.» Er begründete seine Forderung damit, dass Mütter und Familien, die zu Hause bleiben und Kinder erziehen, eine Leistung für die nächste Generation erbrächten. «Die Leute, die dagegen voll erwerbstätig sind und keine Kinder haben, profitieren später davon, indem sie Rente beziehen», argumentierte Geis.
Auch der CSU-Familienpolitiker Johannes Singhammer, verlangte eine Rentenreform, bei der das Verhältnis zwischen Beitragszahlern mit Kindern und ohne Kinder neu ausgerichtet werden müsse. «Denn Beitragszahler mit Kindern erbringen eine besondere Leistung für den Generationenvertrag, der auch honoriert werden muss, sagte er.
SPD-Sozialexperte Karl Lauterbach forderte hingegen, die Altersrente von Geringverdienern aufzustocken. Der Präsident des Münchner Instituts für Wirtschaftsforschung (Ifo), Hans-Werner Sinn, setzte sich für eine Aufstockung der Rente von Eltern ein. Er schlug vor, alle Arbeitnehmer zu verpflichten, acht Prozent vom Bruttoeinkommen zur Privatvorsorge anzusparen. Für jedes Kind würde ein Teil dieser Sparpflicht entfallen, dafür ein Sonderanspruch auf staatliche Extrarente entstehen, erläuterte er. »Aus heutiger Sicht würde die Monatsrente der Eltern durch drei Kinder um insgesamt rund 400 Euro aufgestockt«, so Sinn.

