Bevölkerungsschwund setzt Städte unter Druck
06.02.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Jede zweite Gemeinde mit mehr als 5000 Einwohnern in Deutschland wird bis zum Jahr 2020 schrumpfen. Das geht aus einer Datenerhebung der Bertelsmann Stiftung hervor. In allen untersuchten Kommunen wird das Durchschnittsalter deutlich ansteigen in Einzelfällen bis auf über 55 Jahre.
In Ostdeutschland sind zwischen 90 und 95 Prozent der Städte und Gemeinden vom Einwohnerschwund betroffen. Der «Wegweiser Demographischer Wandel» genannten Internetdatenbank zufolge leiden die Städte Wolfen in Sachsen-Anhalt sowie Hoyerswerda und Weisswasser in Sachsen am stärksten: Bis 2020 werden sie voraussichtlich 47 Prozent ihrer Einwohner verlieren. Vor allem die 18- bis 24- Jährigen wandern ab.
«Der Osten erlebt, was dem Westen in Zukunft bevorsteht», warnt Große Starmann. Denn die Menschen verlassen künftig verstärkt vor allem ländliche Gebiete. So gewinnen Kommunen nahe wirtschaftsstarker Großstädte bis zum Jahr 2020 bis zu 40 Prozent an Bevölkerung. Beispiele sind Ahrensfelde bei Berlin oder Wentorf bei Hamburg.
«Die Kommunen sind der Ort, wo der demographische Wandel unmittelbar und unausweichlich erlebt wird», sagt Johannes Meier, Vorstandsmitglied der Stiftung. Allen Kommunen gemein ist, dass das Durchschnittsalter der Bewohner bis 2020 deutlich steigt, etwa in Wolfen auf mehr als 56 Jahre. Selbst in Cloppenburg, einer Stadt mit einer der bundesweit höchsten Geburtenraten, steigt es bis 2020 von 38 auf 42,5 Jahre.

