Hertha war kein «brauner» Verein
05.12.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Die große Mehrheit der Spieler sei der NSDAP ferngeblieben, auch die meisten der rund 400 Vereinsmitglieder hätten nicht mit den Nazis sympathisiert, sagte der Historiker. Die Vereinsführer hingegen waren oder wurden Parteimitglieder, dokumentiert die 70 Seiten umfassende Studie.
Entscheidend für den Verein war in dieser Zeit seine Verwurzelung im Berliner Arbeiterbezirk Wedding, in dem 1932 noch drei Viertel der Wähler für KPD und SPD stimmten. «Unsere Wiege stand an der 'Plumpe' in Wedding, und das hat Hertha möglicherweise vor manchem Einvernehmen durch die Nazis bewahrt», mutmaßte Hertha-Präsident Bernd Schiphorst, der als Initiator der Studie gilt.
Der erfolgreichste Herthaner der Vergangenheit, Nationalspieler Hanne Sobek, der 1930 und 1931 mit den Berlinern deutscher Meister wurde, trat zwar 1940 der NSDAP bei, hielt aber vor- und nachher Distanz zu den Nazis. «Als im Zuge der immer weiter verschärften antisemitischen Ausgrenzungspolitik die Tribünen für jüdische Vereinsmitglieder gesperrt werden sollen, protestiert Sobek dagegen. Er hat auch weiter Kontakt zu jüdischen Vereinsmitgliedern», schreibt Koerfer. (dpa)

