05. Okt 2007 17:27
111 der wertvollen Felder gab Russland bereits der Mariengemeinde in Frankfurt an der Oder zurück - aber nur, weil die Kirche eine religiöse Institution ist. Sechs Teile fehlten noch.
Die einzigartigen Zeugnisse hochgotischer Glasmalerei wurden in diesem Sommer nach aufwendiger Restaurierung für 1,1 Millionen Euro wieder eingebaut. Die deutsch-russischen Verhandlungen über die Rückgabe der «Beutekunst» sind seit langem festgefahren. Die Rückgabe galt als erster großer Fortschritt im deutsch- russischen «Beutekunst»-Streit. Moskau betrachtet die Bleiglasfenster im Gegensatz zu anderen noch in Russland verwahrten Kulturschätzen aus Deutschland nicht als Wiedergutmachung für Kriegsschäden, sondern als Eigentum der Kirche. Religiöse Institutionen dürfen nach dem russischen Beutekunstgesetz nicht für Kriegsschäden zur Verantwortung gezogen werden.
Bei Kriegsende waren sowjetische Offiziere auf die kostbare Bleiglasarbeit aus dem 14. Jahrhundert gestoßen und hatten sie im Zug nach Leningrad, dem heutigen St. Petersburg gebracht. Jahrzehntelang galten die Fenster als verschollen. Die Fenster erzählen die Schöpfungsgeschichte. (dpa)