Ex-SS-Offizier Engel ist tot
Die Exekutionen am Turchino-Pass in Ligurien waren als Vergeltung für einen Partisanen-Anschlag auf ein deutsches Soldatenkino befohlen worden, bei dem fünf Wehrmachtsangehörige ums Leben kamen. Engel hatte die Schuld stets bestritten und sich auf Befehlsnotstand berufen.
Engel musste für die Erschießung aber nie büßen. Der Bundesgerichtshof (BGH) stellte das Verfahren im Juni 2004 ein, nachdem Staatsanwaltschaft und Verteidigung gegen das Hamburger Urteil Revision eingelegt hatten. Der BGH entschied, dass der Angeklagte zwar für das Massaker strafrechtlich verantwortlich war. Das Mordmerkmal der Grausamkeit sei ihm jedoch nicht ausreichend nachgewiesen worden.
Mit Rücksicht auch auf das hohe Alter Engels sah der Fünfte Strafsenat damals davon ab, das Urteil aufzuheben und an das Landgericht zurückzuverweisen. Stattdessen stellten die Richter das «aller Voraussicht nach nicht mehr rechtskräftig abschließbare Verfahren» ein.
Engel war bereits 1999 in Abwesenheit von einem italienischen Gericht wegen 246-fachen Mordes zu lebenslangem Gefängnis verurteilt worden. Er lebte seit Kriegsende weitgehend unbehelligt als Holzkaufmann in Hamburg. Die Staatsanwaltschaft in der Hansestadt hatte 1998 mit den Ermittlungen begonnen. Auch nach dem Hamburger Urteil im Juli 2002 war Engel in Freiheit geblieben. (nz)

