30.04.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Schlacht um Dien Bien Phu 1954
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Während des drei Jahrzehnte dauernden Guerilla-Krieges in Vietnam starben bis zu vier Millionen Menschen. Ein historischer Rückblick.
Der Fall von Saigon am 30. April 1975 setzte drei Jahrzehnten Guerilla-Krieg in Vietnam ein Ende. Erst hatten die Vietnamesen die französische Kolonialmacht vertrieben, dann mit Unterstützung durch China und die Sowjetunion die Vereinigten Staaten und damit die stärkste Streitmacht der Welt. Die Schätzungen über die Opfer schwanken: Zwischen zwei und vier Millionen Menschen sollen dabei ihr Leben verloren haben.
Am Anfang stand die Proklamation eines Staates: Kurz nach der Kapitulation Japans, am 2. September 1945, rief der kommunistische Partisanenführer Ho Tschi Minh in Hanoi die Unabhängigkeit Vietnams von Paris aus. Frankreich entsandte umgehend Truppen - der Krieg begann. Die Niederlage der alten Kolonialmacht sollte bitter werden.
Die Teilung 1954Eine Indochina-Konferenz beschloss zwar im Juli 1954 die Teilung Vietnams entlang des 17. Breitengrads in zwei unabhängige Staaten. Aber längst war das Land in den Strudel des Kalten Kriegs und damit in die Interessen der Weltmächte gerissen worden. Oberstes Ziel der USA war, in Saigon ein «Bollwerk gegen den Kommunismus» in Asien zu errichten. Moskau setzte auf das «Brudervolk» in Hanoi.
Washington rutschte immer tiefer in den Krieg. Diskret kamen CIA-Agenten und Militärberater nach Saigon. Gleichzeitig entstand die Nationale Befreiungsfront Südvietnams, der Vietcong. Anfang der sechziger Jahre verstärkte die Guerilla-Armee ihre Operationen. US-Präsident John F. Kennedy antwortete mit mehr als zehntausend Militärberatern.
Der nicht erklärte KriegDer erste Bombenangriff mit amerikanischen Maschinen erfolgte Ende 1964 auf Nordvietnam. Den Anlass lieferte US-Präsident Lyndon B. Johnson der «Zwischenfall von Tonking»: Angeblich war im Golf von Nordvietnam ein US-Zerstörer beschossen worden. Am 8. März 1968 gingen amerikanische Einheiten nahe der Hafenstadt Da Nang an Land. Eine Kriegserklärung hatte es nie gegeben.
Der Vietcong konnte sich auf die einfache Landbevölkerung stützen, und bald sahen die Amerikaner in jedem Südvietnamesen den Feind. Um dem Gegner die Deckung zu nehmen, versprühten US-Flugzeuge 72 Millionen Liter Entlaubungsmittel wie «Agent Orange» über dem Dschungel. Die Folge bei vielen, die damit in Kontakt kamen: Krebs, eine dramatische Steigerung der Rate von Missgeburten.
Mehr als zwei Millionen gefallene SoldatenMehr als eine halbe Million US-Soldaten standen Ende der sechziger Jahre in Vietnam, über 58.000 kamen ums Leben. Auf vietnamesischer Seite waren es mehr als zwei Millionen Opfer.
Nach fünf Jahren am Verhandlungstisch unterschrieben die USA und Nordvietnam schließlich am 27. Januar 1973 in Paris einen Waffenstillstand, der keiner war. Für die Vereinigten Staaten bedeutete das Abkommen praktisch das Ende ihres Engagements, die Truppen Südvietnams waren von jeder Unterstützung abgeschnitten. Aber erst 1975 setzte Hanoi zur entscheidenden Offensive an, die am 30. April mit der Eroberung Saigons den endgültigen Sieg brachte. (nz)