Tausende NS-Amtsträger lebten in der DDR
16.11.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Laut der Birthler-Behörde hat die Stasi darauf verzichtet, die in dem Dokument angeregte Arbeitsgruppe zum Thema zu bilden. Inwieweit den Angaben auf andere Weise nachgegangen wurde, ist demnach unklar. Wie die in dem Dokument genannten Zahlen zustande gekommen waren, wird derzeit in der Behörde untersucht.
Die Grundlagen des Dokuments scheinen dünn zu sein. So heißt es darin, dass der Wohnort der NS-Belasteten in der DDR unbekannt sei, woraus heute geschlossen wird, dass es sogar unklar gewesen sein könnte, ob sie überhaupt in der DDR lebten. Nach Ansicht von Experten deutet das auf eine Informationsquelle außerhalb der DDR hin.
Es ist schon länger bekannt, dass Ehemalige des NS-Regimes auch in der DDR lebten, die meisten unbehelligt. Ebenfalls ist bekannt, dass nach dem Zweiten Weltkrieg ehemalige NS-Geheimdienstler in der DDR als Inoffizielle Stasimitarbeiter angeworben worden. Laut «Focus» waren darunter auch Kandidaten, von denen «umfangreiche Verbrechen gegen die Menschlichkeit» bekannt gewesen seien. Der Sprecher Stasi-Unterlagen-Behörde sagte, als hauptamtliche Mitarbeiter habe die Stasi keine NS-Täter beschäftigt. (nz)

