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Lupe Italienischer Regisseur rettete Juden vor den Nazis

Während der NS-Besatzung in Italien rettete Filmregisseur Vittorio De Sica hunderte Verfolgte - indem er sie als Statisten ausgab.

Mit einem vom Vatikan initiierten Filmprojekt hat der italienische Regisseur Vittorio De Sica während der deutschen Besatzungszeit 1943 bis 1945 etwa 300 Juden und anderen politisch Verfolgten das Leben gerettet.

Wie italienische Zeitungen am Dienstag berichten, wurden die Menschen 1943 nur zum Schein als Komparsen für den Film «La Porta del Cielo» (Die Tür zum Himmel) verpflichtet und in der Basilika San Paolo fuori le Mura in Rom versteckt.

Vatikan stand hinter der Rettungsaktion
Auf Geheiß der katholischen Kirche habe der Regisseur die Dreharbeiten immer weiter verlängert, um die falschen Statisten vor der Deportation zu bewahren, heißt es. Die Aktion sei vom späteren Papst Paul VI gedeckt worden.

Deutsche Truppen waren im September 1943 in Italien einmarschiert, nachdem Diktator Benito Mussolini gestürzt worden war und der neue Ministerpräsident Pietro Badoglio einen Waffenstillstand mit den Alliierten geschlossen hatte. Im deutschen Besatzungsgebiet entstand die faschistische Republik von Salò.

Alle seine Schützlinge konnte De Sica allerdings nicht vor dem Zugriff der Nazis bewahren. Im Februar 1944 drang die SS in die Kirche ein und nahm 60 Personen fest.

De Sicas Sohn kündigt Filmprojekt an
Der Sohn des 1974 verstorbenen Regisseurs, Christian De Sica, will nun einen Film über die mutige Rettungsaktion drehen. Möglicherweise wird er darin seinen Vater spielen und auch selbst Regie führen. Der Film soll 2004 von Miramax und Bixio produziert werden.

Vittorio De Sica war einer der herausragenden Vertreter des italienischen Neorealismus. Zu seinen berühmtesten Filmen gehören «Sciuscià» (1946), «Fahrraddiebe» (1948) und «Das Wunder von Mailand» (1951).

«La Porta del Cielo» dagegen, der im Februar 1945 im Untergrund herauskam, wurde später von der Kritik verrissen. Wie Christian De Sica der Zeitung «Corriere della Sera» sagte, gibt es von dem Film, der von der Walfahrt einer Gruppe Kranke zum italienischen Heiligtum Loreto handelt, heute nur noch eine einzige schlechte Kopie. (nz)