Italienischer Regisseur rettete Juden vor den Nazis
Wie italienische Zeitungen am Dienstag berichten, wurden die Menschen 1943 nur zum Schein als Komparsen für den Film «La Porta del Cielo» (Die Tür zum Himmel) verpflichtet und in der Basilika San Paolo fuori le Mura in Rom versteckt.
Deutsche Truppen waren im September 1943 in Italien einmarschiert, nachdem Diktator Benito Mussolini gestürzt worden war und der neue Ministerpräsident Pietro Badoglio einen Waffenstillstand mit den Alliierten geschlossen hatte. Im deutschen Besatzungsgebiet entstand die faschistische Republik von Salò.
Alle seine Schützlinge konnte De Sica allerdings nicht vor dem Zugriff der Nazis bewahren. Im Februar 1944 drang die SS in die Kirche ein und nahm 60 Personen fest.
Vittorio De Sica war einer der herausragenden Vertreter des italienischen Neorealismus. Zu seinen berühmtesten Filmen gehören «Sciuscià» (1946), «Fahrraddiebe» (1948) und «Das Wunder von Mailand» (1951).
«La Porta del Cielo» dagegen, der im Februar 1945 im Untergrund herauskam, wurde später von der Kritik verrissen. Wie Christian De Sica der Zeitung «Corriere della Sera» sagte, gibt es von dem Film, der von der Walfahrt einer Gruppe Kranke zum italienischen Heiligtum Loreto handelt, heute nur noch eine einzige schlechte Kopie. (nz)
