Weltraumhund starb schon nach Stunden
29.10.2002
Herausgeber: netzeitung.de
Laika während des Trainings für ihren Raumflug.
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Hündin Laika, das erste Lebewesen im All, starb schon wenige Stunden nach dem Start. Das hat ein russischer Wissenschaftler jetzt enthüllt.
Unter den Pionieren der Raumfahrt nimmt die Hündin Laika einen besonderen Platz ein. Im November 1957 flog sie an Bord des sowjetischen «Sputnik 2» als erstes Lebewesen ins All. Der offiziellen sowjetischen Darstellung, wonach die Hündin knapp eine Woche nach dem Start im All verendet sei, hat jetzt ein russischer Wissenschaftler widersprochen. Wie die BBC berichtet, enthüllte der Biologe Dimitri Malashenkow bei einem Weltraum-Kongress in Houston den tatsächlichen Verlauf des Experiments. Demnach starb Laika schon wenige Stunden nach dem Start.
Angebliche Landung gefilmtUm das tatsächliche Schicksal der Hündin, eines auf den Straßen Moskaus aufgegriffenen Mischlings, ranken sich viele Legenden. Während die sozialistische Propaganda den Flug über alle Maßen feierte in der DDR wurde sogar ein Film von der angeblichen Landung der Raumkapsel mit einer lebenden Laika an Bord gezeigt , stand im Westen die Furcht vor der rasanten Entwicklung der russischen Raumfahrt im Vordergrund. Vor allem in den USA steigerte der Flug von Sputnik-2 die Befürchtungen, das eigene Raumfahrtprogramm könnte dauerhaft von den Sowjets überflügelt werden.
Bis heute waren die genauen Umstände von Laikas Tod unklar. Unmittelbar nach dem Start hatten die Sowjets erklärt, eine Rückkehr von Laika zur Erde sei nicht geplant was im Westen mit Empörung aufgenommen wurde. Tatsächlich dürfte der Hund zum Zeitpunkt der Erklärung bereits tot gewesen sei, wie Malashenkow in Houston berichtete.
Seiner Darstellung zufolge registrierte die Bodenkontrolle schon kurz nach dem Start einen Anstieg von Temperatur und Luftfeuchtigkeit in der Raumkapsel. Zudem ließen die Lebensdaten der Hündin erkennen, dass Laika unter extremem Stress stand. Schon sieben Stunden nach dem Start empfing die Bodenstation keine Lebenszeichen mehr der Stress und die Hitze hatten Laika getötet.
Denkmal für einen HundFür den ersten Raumflug eines Menschen wenige Jahre später lieferte Laikas Reise ins All trotzdem unschätzbare Erkenntnisse. Heute erinnert ein Denkmal im russischen Sternenstädtchen nahe Moskau an den vierbeinigen Raumfahrtpionier. Sputnik-2 ist übrigens tatsächlich zur Erde zurückgekehrt: Am 4. April 1958 verglühte die Kapsel mit Laika an Bord in der Erdatmosphäre. (nz)