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Neue Langzeitbesatzung angekommen: 

«Sojus» erreicht Internationale Raumstation

10. Apr 2008 21:42
Ob es im Weltall wirklich lautlos ist?
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Die erste Südkoreanerin im All und ihre beiden russischen Begleiter haben problemlos die Internationale Raumstation erreicht. Ihre Raumkapsel «Sojus TMA-12» dockte automatisch an dem Orbitalkomplex an- und das mehr als pünktlich.

Nach zweitägiger Reise hat die 17. Langzeitbesatzung mit der ersten südkoreanischen Astronautin Yi So Yeon (29) die Internationale Raumstation ISS erreicht. «Das Andocken ging völlig ohne Schwierigkeiten», sagte der Sprecher des Flugleitzentrums, Waleri Lyndin. Die Einstiegsluken hätten sich 14.50 Uhr deutscher Zeit geöffnet - zehn Minuten früher als geplant. Die Besatzung mit Yi So Yeon sowie dem russischen Kommandeur Sergej Wolkow (35) und dem Bordingenieur Oleg Kononenko (43) war am Dienstag mit einer Sojus-Raumkapsel vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan gestartet.

Die Crew war ohne jegliche Weltraumerfahrung ins All gestartet. Die Kosmonauten sollen ein halbes Jahr im Orbit bleiben. Geplant sind rund 20 Experimente. Die meisten davon hätten einen medizinischen Schwerpunkt, wie die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos mitteilte. Versuche sind unter anderem der Verbesserung der Wachstumsaktivität von Ginseng-Wurzeln gewidmet sowie der Untersuchung von Naturkatastrophen wie Orkanen. Yi So Yeon, die unter rund 36.000 Bewerbern in Südkorea ausgewählt worden war, ist Expertin für Nanotechnologie. Die Regierung in Seoul soll 12,7 Millionen Euro für den Flug bezahlt haben.

Nach russischen Angaben wird die ISS bis 2011 ihre ersten drei vollwertigen Forschungssegmente erhalten. Experten wiesen angesichts der Vielzahl geplanter Versuche darauf hin, dass der russische Teil der Station bis heute keine eigenen wissenschaftlichen Module habe. Zudem sollen sich auf der ISS künftig sechs ständige Bewohner und nicht mehr wie bisher nur drei Astronauten und Kosmonauten aufhalten, wie Roskosmos-Sprecher Witali Dawydow sagte.

Mit Yi So Yeon kehren am 19. April auch die US-Astronautin Peggy Whitson und der Kosmonaut Juri Malentschenko zur Erde zurück, die ein halbes Jahr an Bord der ISS lebten und arbeiteten.

Der Kommandeur der 17. Langzeitbesatzung, Wolkow, ist der Sohn des berühmten sowjetischen Kosmonauten Alexander Wolkow, der bei drei Weltraummissionen insgesamt mehr als ein Jahr im All verbracht hatte. Es ist das erste Mal in der Geschichte, dass der Sohn eines Raumfahrers ins All flog. Nach russischen Angaben hat die ISS derzeit ein Gewicht von 200 Tonnen. Die Station ist 70 Meter breit und rund 40 Meter lang. Mehr als 100.000 Menschen in 16 Ländern kümmern sich um den reibungslosen Betrieb der Station. (dpa)
 
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