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Raumfrachter «Jules Verne» dockt an ISS an: 

Millimeterarbeit in 400 Kilometern Höhe

03. Apr 2008 16:47, ergänzt 04. Apr 2008 08:56
Der europäische Weltraumfrachter Jules Verne
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Der erste europäische Raumfrachter und «Luxus-Mülleimer» hat an der Internationalen Raumstation (ISS) angedockt. Von einem Lasersystem gesteuert hat das Gefährt vollautomatisch am russischen Modul Swesda festgemacht.

Am Donnerstag um 16.46 Uhr europäischer Zeit war es vollbracht. In der Esa-Zentrale in Paris knallten die Champagnerkorken. Über «einen der größten Momente der europäischen Raumfahrt», jubelte Esa-Managerin Elena Grifoni-Winters. Der Raumfrachter ist ein Meilenstein für die ESA, sie etabliert sich damit als unverzichtbarer Partner für die ISS.

Das zehn Meter lange und 20 Tonnen schwere Fahrzeug war vor drei Wochen mit einer Ariane-Rakete vom Weltraumbahnhof in Französisch-Guyana ins All aufgebrochen. Nach dem Ausfahren der Sonnensegel sorgten satelliten- und radargestützte Sensoren für die Orientierung. Beim Jungfernflug musste das ATV zu Testzwecken verschiedene Flugmanöver absolvieren, bevor es sich der ISS nähern durfte Seitdem raste der Zylinder mit 28.000 Kilometern pro Stunde hinter der ISS her, die spektakuläre «Verfolgungsjagd» war in den vergangenen Tagen am Himmel zu beobachten. Am Mittwoch näherten sich beide bereits auf elf Meter an.

«Außenposten im All»

Mit seiner Nutzlast von 7,5 Tonnen wird der unbemannte High-Tech-Transporter ein zentraler Pfeiler für die Versorgung des «Außenpostens der Menschheit im All». Die 1,3 Milliarden Euro teure Raumfähre wurde maßgeblich bei EADS Astrium in Bremen entwickelt und gebaut. An Bord hat er Nahrung, Wasser, Sauerstoff und Treibstoff. Bei der Premiere waren auch zwei Originalmanuskripte von Jules Verne und eine bebilderte Version seines Romans «Von der Erde zum Mond» aus dem 19. Jahrhundert an Bord. «Jules Verne» wird sechs Monate lang mit der ISS verbunden bleiben und mit seinem Triebwerk die Raumstation auf eine höhere Umlaufbahn führen da die ISS täglich um 200 Meter absinkt.

«Luxus-Müllcontainer»

Nach erfolgter Mission wird das «Automatische Transferfahrzeug» (ATV) als «Luxus-Müllcontainer» benutzt: Die Astronauten laden alles, was sie nicht mehr brauchen, in den Frachter, der dann abgekoppelt wird und in der Atmosphäre verglüht. Bau, Entwicklung und Transport haben die Esa und ihre Partner 1,3 Milliarden Euro gekostet.

Zentraler Versorger

Dafür verschafft «Jules Verne» den Europäern den ersten eigenständigen Zugang zur ISS. Von 2010 bis 2013 sind schon die vier nächsten ATV-Flüge geplant, für je 350 Millionen Euro. Neben den Space Shuttles und den kleinen «Sojus»-Kapseln mit Besatzung können derzeit nur die unbemannten «Progress»-Frachter zur ISS fliegen. Das in Europa gebaute ATV hat mit neun Tonnen dreimal mehr Nutzlast. Für die ISS wird sie zum zentralen Versorger, wenn die Nasa ihre Shuttle-Flotte in zwei Jahren wie geplant einmottet. (nz/ap)


 
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