Defekter Spionagesatellit:
USA schießen unkontrollierbaren Flugkörper ab
21.02.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Die Regierung in Peking wie auch die russische hatten die Abschusspläne scharf kritisiert. Moskau warf der US-Regierung vor, in Wirklichkeit handele es sich um einen Test des US-Raketenabwehrsystems als Anti-Satelliten-Waffe. Damit drohe ein Wettrüsten im All.
Bei der eigens von Präsident George W. Bush genehmigten Aktion setzte das Militär ein seegestütztes System ein, das zu den Säulen der noch im Aufbau befindlichen nationalen Raketenabwehr gehört. Es soll speziell dem Schutz vor feindlichen ballistischen Raketen kurzer und mittlerer Reichweite dienen und wurde für den Einsatz gegen den Satelliten modifiziert. Es war der erste Abschussversuch seit Mitte der 80er Jahre, als die USA im Zuge des Kalten Krieges eine Anti-Satelliten-Waffe erprobt hatten.
Der Satellit war mit einem geheimen Auftrag 2006 im Weltraum ausgesetzt worden, nach Pentagon-Angaben aber sofort danach ausgefallen. Nachdem er in seiner Umlaufbahn immer mehr abgesackt war, wurde für Anfang März der endgültige Absturz erwartet. Dem Pentagon zufolge bestand die Befürchtung, dass der Tank beim Eintritt in die Erdatmosphäre nicht verglühen und in einem bevölkerten Gebiet aufprallen könnte - mit der Gefahr schwerer Gesundheitsschäden bis hin zum Tod für Menschen in der Nähe.
Russland und China hatten die Abschusspläne dennoch scharf kritisiert. Insbesondere Moskau warf der US-Regierung vor, es handele sich in Wahrheit um einen Test des amerikanischen Raketenabwehrsystems als Anti-Satelliten-Waffe. Damit drohe ein Rüstungswettlauf im All. (dpa/AP)

