Defekter Spionagesatellit: 

netzeitung.deUSA schießen unkontrollierbaren Flugkörper ab

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Die Anti-Satelliten-Waffe hatte Erfolg (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Die Anti-Satelliten-Waffe hatte Erfolg
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Eine US-Rakete hat den Treibstofftank mit dem giftige Hydrazin des defekten Satelliten zerstört. Die chinesische Regierung fordert die USA auf, umgehend Informationen dazu bereitzustellen.

Die US-Marine hat am Mittwoch einen außer Kontrolle geratenen Spionagesatelliten abgeschossen, der mit hochgiftigem Treibstoff an Bord auf die Erde abzustürzen drohte. Wie ein Pentagonsprecher bestätigte, wurde der künstliche Himmelskörper bereits beim ersten Versuch von einer Rakete getroffen, die von einem Kriegsschiff im Nordpazifik bei Hawaii abgefeuert worden war.

Unterdessen forderte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Liu Jianchao, die USA auf, die internationale Gemeinschaft «umgehend» mit notwendigen Informationen zu versorgen, damit diese vorbeugende Maßnahmen ergreifen könnten. Man sorge sich wegen möglicher Schäden durch den Abschuss, so der Sprecher.

Die Regierung in Peking wie auch die russische hatten die Abschusspläne scharf kritisiert. Moskau warf der US-Regierung vor, in Wirklichkeit handele es sich um einen Test des US-Raketenabwehrsystems als Anti-Satelliten-Waffe. Damit drohe ein Wettrüsten im All.

Treibstofftank zerstört
Eine erste Untersuchung habe ergeben, dass der Treibstofftank mit 450 Kilogramm giftigem Hydrazin wie geplant zerstört worden sei. Wenn dieser Stoff in einer bewohnten Region niedergegangen wäre, hätte nach US-Angaben eine Gesundheitsgefahr für die Bevölkerung bestanden.

Bei der eigens von Präsident George W. Bush genehmigten Aktion setzte das Militär ein seegestütztes System ein, das zu den Säulen der noch im Aufbau befindlichen nationalen Raketenabwehr gehört. Es soll speziell dem Schutz vor feindlichen ballistischen Raketen kurzer und mittlerer Reichweite dienen und wurde für den Einsatz gegen den Satelliten modifiziert. Es war der erste Abschussversuch seit Mitte der 80er Jahre, als die USA im Zuge des Kalten Krieges eine Anti-Satelliten-Waffe erprobt hatten.

Mit geheimem Auftrag
Bei der Abschussaktion wurde eine Rakete des Typs SM-3 vom Kreuzer «USS Lake Erie» im Nordpazifik aus abgefeuert und vom Aegis-Radar-und Lenksystem auf den Kurs zum Satelliten gebracht. Die Rakete trug an der Spitze ein Geschoss, das kurz vor dem Erreichen des künstlichen Erdtrabanten in etwa 240 Kilometer Höhe freigesetzt wurde. Ziel war es, den Tank durch den direkten Aufprall des Geschosses bei hoher Geschwindigkeit praktisch zu vernichten.

Der Satellit war mit einem geheimen Auftrag 2006 im Weltraum ausgesetzt worden, nach Pentagon-Angaben aber sofort danach ausgefallen. Nachdem er in seiner Umlaufbahn immer mehr abgesackt war, wurde für Anfang März der endgültige Absturz erwartet. Dem Pentagon zufolge bestand die Befürchtung, dass der Tank beim Eintritt in die Erdatmosphäre nicht verglühen und in einem bevölkerten Gebiet aufprallen könnte - mit der Gefahr schwerer Gesundheitsschäden bis hin zum Tod für Menschen in der Nähe.

Russland und China hatten die Abschusspläne dennoch scharf kritisiert. Insbesondere Moskau warf der US-Regierung vor, es handele sich in Wahrheit um einen Test des amerikanischen Raketenabwehrsystems als Anti-Satelliten-Waffe. Damit drohe ein Rüstungswettlauf im All. (dpa/AP)