Saturnmond als Erdöllager: 

netzeitung.deFossile Energien auf dem Titan

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Kohlenstoffhaltige Seen aufdem Saturnmond Titan (Illustration). (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Kohlenstoffhaltige Seen aufdem Saturnmond Titan (Illustration).
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Auf dem Saturnmond Titan regnet es Kohlenwasserstoffe. Die riesigen Methan- und Ethanseen sind größer als die Ostsee.

Gigantische Energievorkommen befinden sich auf dem Saturnmond Titan. Die Öl- und Gasreserven auf dem kalten Trabanten überschreiten die Vorkommen auf der Erde um viele hundert Male. Das berichten die europäische Raumfahrtagentur ESA und die US-Raumfahrtbehörde Nasa nach Radarmessungen der Raumsonde «Cassini».

Bei -179 Grad Celsius regneten dort Kohlenwasserstoffe wie Methan und Ethan vom Himmel und formten große Seen, beschrieb das Jet Propulsion Laboratory (JPL) der Nasa. «Titan ist bedeckt von kohlenstoffhaltigem Material, er ist eine gigantische Kohlenstoff-Chemiefabrik», sagte Ralph Lorenz von der Johns-Hopkins-Universität, der die Auswertung der Radarmessungen geleitet hat.

Die Ergebnisse stellt sein Team in den «Geophysical Research Letters» (Bd. 35, L02206) vor. Das Radar der US-europäischen Raumsonde hatte viele hundert Seen und große Dünengebiete auf dem Saturnmond aufgespürt, der sich in eine dichte Wolkendecke hüllt und damit direkten optischen Beobachtungen entzieht.

Kohledünen
Außer den Seen bestehen auch die Dünen nach Annahmen der Forscher aus kohlenstoffhaltigem Material. Sie bedecken rund ein Fünftel der Mondoberfläche und übersteigen damit mehrere hundert Male die irdischen Kohlevorräte. Dank der ausführlichen Radarmessungen lasse sich nun das Volumen der Kohlenstoffverbindungen auf dem Mond abschätzen.

Die Methan- und Ethan-Seen enthalten demnach mehr als 30 000 Kubikkilometer flüssige Kohlenwasserstoffe, das entspricht dem anderthalbfachen Wasservolumen der Ostsee. Die kohlenstoffhaltigen Dünen sind mehr als 200 000 Kubikkilometer groß. Realistische Aussichten auf eine Nutzung dieser Brennstoffvorräte für den Menschen gibt es jedoch nach dem heutigen Stand der Wissenschaft nicht. (nz/dpa)