07. Feb 2008 07:48
Das Labormodul «Columbus» ist der ganze Stolz der europäischen Raumfahrt. Die geplanten Experimente sollen unter anderem Ölteppiche beseitigen helfen und Erkenntnisse über Knochenschwund liefern.
Das mit mehrjähriger Verspätung startende Forschungsmodul gilt aber auch als Quantensprung für die Forschungsarbeiten auf der ISS. In der 6,9 Meter langen und 4,5 Meter breiten Röhre sollen während seiner auf zehn Jahre angesetzten Lebensdauer tausende Experimente aus den Bereichen Biologie, Medizin, Materialwissenschaften und Plasmakristall-Forschung stattfinden.Von den 75 Kubikmetern ist jeder Zentimeter verplant. Die Experimente werden in zehn standardisierten Schränken ablaufen. Die so genannten International Standard Payload Racks (ISPRs) haben in etwa die Größe einer Telefonzelle. Sie arbeiten unabhängig voneinander. Neben dem eigentlichen Labor beinhalten die Schränke auch eine eigene Stromversorgung, Kühlung sowie Video- und Datenleitungen zu den Forschern auf der Erde. Fünf dieser Racks sind bereits in «Columbus» eingebaut:
Im Biolab laufen Experimente mit Mikroorganismen, Zell- und Gewebekulturen sowie kleinen Pflanzen und Insekten. Dieser Bereich war auch am deutlichsten von den zweimonatigen Startverzögerungen betroffen. Einige Pflanzen und Kulturen mussten während der Wartezeit durch frische Exemplare ersetzt werden.Die European Physiology Modules Facility (EPM) beinhaltet Experimente, die die Langzeitwirkung von Raumflügen auf den menschlichen Organismus untersuchen. Die Ergebnisse sollen auch dabei helfen, Leiden wie altersbedingten Knochenschwund oder Gleichgewichtsstörungen zu verstehen.
Im Fluid Science Laboratory (FSL) wird mit dem Verhalten von Flüssigkeiten in der Schwerelosigkeit experimentiert werden. Dies soll laut Esa unter anderem technologische Erkenntnisse zum besseren Beseitigen von Ölteppichen oder zum Fertigen hochpräziser optischer Linsen liefern.Das European Drawer Rack (EDR) wird kleinere Experimente und Zubehör beinhalten. Der European Transport Carrier ist dagegen so etwas wie der universelle Schreibtischrollcontainer im All. In ihm kann alles Mögliche verstaut werden, im All wird er dann auch als eine Art Arbeitstisch dienen.
Neben den Laborschränken werden auch zwei Instrumente an der Außenseite von «Columbus» montiert werden. In der European Technology Exposure Facility (EUTEF) laufen Experimente unter tatsächlichen Weltallbedingungen ab. Es werden die Einflüsse von Vakuum, kosmischer Strahlung und Temperaturschwankungen untersucht. Die Plattform SOLAR beobachtet zudem Sonnenaktivitäten.