netzeitung.deMarskollision wird wahrscheinlicher

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Die Bahn des Asteroiden zwischen Erde und Mars (Foto: Nasa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Die Bahn des Asteroiden zwischen Erde und Mars
Foto: Nasa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Neusten Berechnungen der Nasa zufolge ist die Chance für einen Zusammenstoß des Asteroiden 2007 WD5 mit dem Roten Planeten gestiegen.

Das Nasa-Teleskop in Tuscon (Arizona) entdeckte den Asteroiden 2007 WD5 am 20. November 2006. Die Wahrscheinlichkeit eines Einschlages auf dem Mars gaben die Wissenschaftler mit 1:350 an. Nach Kalkulationen im Dezember stiegen die Chancen auf 1:75.

Nach Messungen des US-amerikanischen Magdalena Ridge-Observatoriums ist die Wahrscheinlichkeit für eine Kollision am 30. Januar auf 1:28 gestiegen berichtet der «New Scientist» in seiner Online-Ausgabe. Der Asteroid hat einen Durchmesser von etwa 50 Metern. Objekte dieser Größe sind mit der heutigen Technik nur schwer zu orten, so Don Yeomans, Chef des «Near Earth Object Program» der Nasa.

Der Fall des Asteroiden 2007 WD5 macht deutlich, wie groß auch auf der Erde die Gefahr durch Objekte dieser Größe ist. Die zeitliche Nähe der Entdeckung und des möglichen Einschlages lässt nur eine Evakuierung eventuell bewohnter Gebiete zu. Eine Zerstörung des Himmelskörpers ist jedoch in so kurzer Zeit nicht möglich. Eine Explosion ähnlicher Stärke stellte das sogenannte Tunguska-Ereignis von 1908 dar. In der unbewohnten sibierrischen Gegend wurden im Umkreis von mehreren Kilometern Bäume umgeknickt.

Wechselnde Prognosen
Es ist durchaus üblich, dass die Wahrscheinlichkeit für einen Einschlag eines Asteroiden stark schwanken, wenn genauere Messungen gemacht werden. So stiegt die Wahrscheinlichkeit des 250 Meter großen Apophis für eine Kollision mit der Erde von 1:5000 bei seiner Entdeckung auf 1:37 im Jahr 2004. Letzten Berechnungen belaufen sich hingegen nur noch auf 1:45.000.

Es kann Jahre dauern, um Raumfahrzeuge zu bauen, die Asteroiden so ablenken, dass sie nicht mit der Erde kollidieren, nimmt der Leiter des «Near Earth Object Program» an. Noch wird unter Wissenschaftlern debattiert, ob Asteroiden eher mit Lasern oder sogenannten «gravity tractors», die künstliche Schwerefelder erzeugen, von ihrer Bahn abgelenkt werden sollen. (nz)