Planet im Sternbild Hydra entdeckt
03.01.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Die Beobachtung, die am Donnerstag im britischen Fachjournal «Nature» (Bd. 451, S. 38, DOI: 10.1038/nature06426) erscheint, hilft Astronomen dabei, die Planetenentstehung zu verstehen. Planeten bilden sich aus Staub und Gas in einer zirkumstellaren Scheibe unmittelbar nach der Geburt des Zentralsterns.
Noch sind aber nicht alle Aspekte dieses Prozesses verstanden. Bisher wussten die Astronomen, dass die Lebensdauer dieser zirkumstellarer Scheiben im statistischen Mittel zehn bis 30 Millionen Jahre beträgt - diese Zeit steht für die Bildung von Planeten in der Scheibe maximal zur Verfügung, wie das Max-Planck-Institut erläuterte.
Mit der Neuentdeckung können die Wissenschaftler nun Rückschlüsse auf die obere Zeitdauer ziehen, die zur Planetenbildung nötig ist: Die Entstehung kann nicht länger als acht bis zehn Millionen Jahre gedauert haben, das ist das Alter des Muttersterns TW Hydrae, einer nahe gelegenen Sonne im Sternbild Wasserschlange (Hydra). Unsere Sonne ist bereits rund 500 Mal so alt. «Damit ist uns erstmals der direkte Beweis gelungen, dass in einer zirkumstellaren Scheibe tatsächlich Planeten entstehen», sagte der Direktor der Abteilung Planeten- und Sternentstehung in Heidelberg, Thomas Henning.
Die Heidelberger Wissenschaftler haben seit 2003 bei etwa 200 jungen Sternen nach diesen Veränderung der sogenannten Radialgeschwindigkeiten gespäht. Beim Stern TW Hydrae fanden sie Hinweise auf einen «planetaren Begleiter», der den Stern am inneren Rand seiner zirkumstellaren Scheibe umkreist. Entdeckt wurde der Planet mit Hilfe eines Spektrographen an einem Teleskop der Max- Planck-Gesellschaft und der Europäischen Südsternwarte in Chile. (nz/dpa/AP)

