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Nasa kämpft um Shuttle-Fahrplan 2008

28. Dez 2007 12:34
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Die altersschwachen Raumfähren der Nasa machen das Raumfahrtjahr 2008 zur Zitterpartie. Zumal im August eine sehr riskante Mission zum Weltraumteleskop «Hubble» ansteht.

Der erneut verschobene Start der Raumfähre «Atlantis» zur Station ISS droht den gesamten Fahrplan der Nasa für das Jahr 2008 durcheinander zu bringen. Der Transport des europäischen Weltraumlabors «Columbus» war zunächst auf den 10. Januar verschoben worden. Am Donnerstag räumte die US-Raumfahrtbehörde Nasa nun ein, dass auch dieser Termin nicht zu halten sei und machte explizit keine Angaben über einen neuen Starttermin.

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Die Zeit drängt allerdings, denn schon am 14. Februar steht ein weiterer Start an, diesmal mit der «Endeavour»-Raumfähre, die Teile des japanischen Labors «Kobe» zur ISS bringt. Ein weiterer Start mit japanischen Kobe- Modulen steht am 24. April an. Am 7. August soll die «Atlantis» erneut abheben. Dann geht es zum Weltraumteleskop «Hubble», das in 600 Kilometer um die Erde kreist und repariert werden muss. Es ist die fünfte und letzte Reparatur des Teleskops, das bisher durch Pannen, aber auch durch spektakuläre Bilder über das Geschehen in den Tiefen des Alls Schlagzeilen machte.

Daten & Fakten: ISS

Der Bau der ISS begann 1998 mit dem unbemannten russischen Modul «Sarja» (Morgenröte). Zuvor hatten in den 70er und 80er Jahren die Sowjetunion mit ihren «Saljut»- und «Mir»-Missionen und die USA mit dem «Skylab» jeder für sich Erfahrungen über Langzeitaufenthalte im All gesammelt. Seit November 2000 halten sich ständig Astronauten in der ISS auf. Der Bau der Raumstation, die die Erde in einer Höhe von rund 400 Kilometern umkreist, soll 2010 abgeschlossen sein. Anschließend werden die US-Raumfähren ausgemustert. Die ISS wird dann 455 Tonnen wiegen, so groß wie ein Fußballfeld und von sechs Astronauten bewohnt sein. Neben den USA, Russland und zehn europäischen Ländern - darunter Deutschland - beteiligen sich Kanada und Japan an dem laut DLR «größten wissenschaftlich-technischen Projekt in der Geschichte der Menschheit», dessen Aufbau sich wegen des Unfalls des Space Shuttles «Columbia» 2003 um drei Jahre verzögerte.

Ein Einsatz an «Hubble» sei viel schwieriger und deutlich riskanter als eine «normale» Mission zur internationalen Raumstation, heißt es in Cape Canaveral. Bei der ISS haben die Astronauten die Station als «Fluchtpunkt», falls etwas schiefgehen sollte. Daher steht bei der elftägigen «Hubble»-Mission am Weltraumbahnhof Cape Canaveral extra ein Shuttle bereit, das jederzeit zu einer Rettungsmission aufsteigen kann.

Neben der Installation des europäischen Labors «Columbus» zur ISS wird eine weitere europäische Mission den Ausbau der internationalen Raumstation entscheidend prägen. Im Februar soll auf dem europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana eine Ariane-5-Rakete das Automated Transfer Vehicel (ATV) ins All schicken. Das automatische Transferfahrzeug wird etwa acht Tonnen Nachschub wie Nahrung, Wasser und Sauerstoff zur ISS zu bringen.

Doch darüber hinaus handelt es sich um ein technologisches Juwel «made in Germany», um ein Raumfahrzeug mit einem hochentwickelten Navigationssystem, das die Flugbahn selbst berechnet und vor allem das «Rendezvousmanöver» mit der ISS-Station ohne menschliche Steuerungshilfe völlig automatisch bewältigt. «Ein Novum für die Europäer, auf das die Amerikaner durchaus neidisch sind», wie ein Sprecher der Bremer Astrium-Werke stolz vermerkt.

Hintergrund:
Auf dem «Rückweg» nimmt das «Einweg-Raumschiff» tonnenweise Müll von der ISS mit, doch «zu Hause» ankommen soll es nie - geplant ist, dass die ATV samt Weltallmüll beim Wiedereintritt in die Atmosphäre verglüht. (nz/dpa)
 
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