28.12.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Nasa-Techniker überprüfen den Außentank der "Atlantis"
Foto: Nasa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Nasa hält die Raumfähre «Atlantis» für unbestimmte Zeit am Boden. Inzwischen weiß die US-Raumfahrtbehörde allerdings, warum die Tanksensoren versagen.
Der Transport des europäischen Forschungsmoduls «Columbus» zur internationalen Raumstation ISS verzögert sich weiter. Der bereits mehrfach verschobene Start der Raumfähre «Atlantis» war zuletzt für den 10. Januar angesetzt worden. Die Nasa bekommt aber die Probleme mit der Elektrik am Außentank offenbar nicht in den Griff.
Die unzuverlässigen Treibstoffsensoren in den vier Tanks mit flüssigem Wasserstoff verfolgen die Nasa seit Wiederaufnahme der Shuttle-Flüge nach der «Columbia»-Katastrophe vor zwei Jahren. Die Sensoren reagieren auf den Füllzustand der Tanks. Sollte infolge eines Lecks ein Tank leer laufen, würden sie die Triebwerke abschalten. Reagieren die Sensoren nicht, könnte es in diesem Fall zu einer Explosion kommen.
Die Nasa-Techniker haben das Problem nun auf eine fehlerhafte Steckverbindung eingegrenzt. Der Stecker werde eingehend untersucht und repariert, was einige Tage oder Wochen dauern könne, , sagte der Manager des Shuttle-Programms, Wayne Hale. Es sei aber zu früh, um einen neuen Starttermin zu nennen, ergänzte der Nasa-Manager am Donnerstag. Vordringlich sei nicht der Zeitplan, sondern dass das Problem behoben werde.
An dem Flug wird auch der Deutsche Hans Schlegel teilnehmen. In zwei Außeneinsätzen wird Schlegel das Modul «Columbus» an der internationalen Raumstation verkabeln. Das Forschungslabor «Columbus» ist das Herzstück der europäischen Beteiligung an der «ISS». An Bord des knapp sieben Meter langen und 13 Tonnen schweren Moduls laufen in fünf standardisierten Schränken Experimente in der Schwerelosigkeit ab - an Zellen, Gewebekulturen, Mikroorganismen und wirbellosen Tieren ebenso wie Grundlagenforschungen zum Knochenaufbau oder Materialprüfung.
Konsortialführer für das 880-Millionen-Euro-Projekt ist EADS Astrium in Bremen, wo an dem Labor zehn Jahre gearbeitet wurde. Die Europäer nutzten die fast dreijährige Verzögerung beim Aufbau der «ISS» nach dem Unfall der US-Raumfähre «Columbia» 2003, um «Columbus» technisch noch einmal auf den neuesten Stand zu bringen. (nz/AP)