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China beginnt langen Marsch zum Mond

24. Okt 2007 15:28
Liveübertragung der Mondmission im chinesischen Staatsfernsehen
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Die Chinesen sind im Rennen um die Bodenschätze des Mondes dabei. Eine Raumsonde soll die Landung des ersten Chinesen auf dem Erdtrabanten vorbereiten.

China ist mit im neuen Rennen um den Mond: Eine Rakete vom Typ Langer Marsch 3 hat am Mittwoch erfolgreich die Mondsonde «Chang'e 1» vom Raumfahrtbahnhof Xichang in Südwestchina ins All gebracht. Der erste chinesische Mondflug ist der Auftakt eines ehrgeizigen Programms, das in fünf Jahren die Landung eines Mondfahrzeugs vorsieht.

In der dritten Phase sollen 2017 Boden- und Gesteinsproben zur Erde gebracht werden. Das langfristige Ziel ist die mögliche Ausbeutung der Energie- und Mineralrohstoffe des Erdtrabanten, wie chinesische Wissenschaftler sagten. Die Sonde ist nach der schönen Göttin Chang'e benannt, die einer chinesischen Sage zufolge mit ihrem Hasen auf dem Mond lebt.

Begehrtes Helium-3

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Der chinesische Wissenschaftler Qiao Xiaolin, der dem Expertengremium des chinesischen Mondprogramms angehört, nannte die Erkundung der Rohstoffe «eines der Motive, warum wir zum Mond gehen». Er verwies auf verschiedene Mineralien und Vorkommen des Isotops Helium-3 auf dem Mond, das ein wichtiger Brennstoff für künftige Kernfusionskraftwerke sein könnte.

China verfolgt ein ehrgeiziges Raumfahrtprogramm. Als dritte Nation der Erde - nach den USA und Russland - hatte das größte Entwicklungsland 2003 aus eigener Kraft einen Astronauten ins All gebracht. Hohe Vertreter des chinesischen Raumfahrtprogramms, das dem Militär untergeordnet ist, versichern immer wieder, dass China eine friedliche Nutzung des Weltraums verfolge. Doch hatte China im Januar als erste Nation von der Erde aus einen ausgedienten Wettersatelliten abgeschossen. Dieser Anti-Satelliten-Test hatte weltweit Besorgnis über einen neuen Rüstungswettlauf im All ausgelöst.

«Der Osten ist rot»

Stichwort: Wettlauf zum Mond
Zuletzt waren vor 35 Jahren US-Astronauten mit der Mission «Apollo 17» auf dem Mond gelandet. Damals war der Mond vor allem ein politisches Ziel im Kalten Krieg. Inzwischen ist ein neuer wirtschaftlicher Wettlauf zu dem Erdtrabanten gestartet. Erst vor sechs Wochen hatte Japan als erste asiatische Nation eine Sonde auf den Weg zum Mond gebracht. Indien und die USA planen im nächsten Jahr ähnliche Flüge. Deutsche Forscher möchten 2012 eine eigene Mondexpedition starten.
Die Mondsonde «Chang'e 1» wird nach ihrem Start zunächst die Erde umkreisen, bevor sie sich auf den 380.000 Kilometer langen Weg zum Mond macht, wo sie am 5. November ankommen soll. Nie zuvor hat sich ein chinesisches Raumschiff so weit von der Erde entfernt. Der Flug dient vor allem als Test für Technik und Kommunikation. Die 2,35 Tonnen schwere Sonde ist auf der Grundlage des chinesischen Satellitentyps Dongfanghong DFH-3 («Der Osten ist rot») gebaut. Der Orbiter soll den Erdtrabanten ein Jahr lang umkreisen und dreidimensionale Aufnahmen machen, Höhenmessungen vornehmen sowie mit einem Mikrowellenmessgerät die Oberfläche studieren und Rohstoffvorkommen erkunden.

Bei ihrer Ankunft am Mond soll die Sonde die chinesische Nationalhymne «Der Osten ist rot» und patriotische Lieder wie «Ich liebe mein China» zur Erde zurückfunken. Die Begeisterung der Chinesen für das Mondprogramm ist groß. Einige chinesische Experten spekulieren schon darüber, ob China in 15 oder 20 Jahren vielleicht eine bemannte Mondlandung versuchen könnte. Das Parteiorgan «Volkszeitung» schrieb: «Früher oder später wird die großartige rote Flagge mit den fünf Sternen auf dem Mond aufragen, und der Tag, an dem der Traum des chinesischen Volkes wahr wird, ist nicht weit.» (nz/dpa)

 
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